Monat: September 2011

 

Sollte ich mir Gedanken machen?

Über den Sinn und Unsinn dieser Ecke habe ich mir ja schon einen Spaß erlaubt.

Architekt aus Schilda?

Doch jetzt mach ich mir wirklich Gedanken. Die erste Ecke ist ab. „Das ist ein statisches Element des Hauses. Ein Bau-Anker!“  hat der Bauherr gesagt. Der muss ja wissen.

Was nun? Hält das Haus auch so noch? Oder doch besser die Wohnung verkaufen? Versicherungssumme erhöhen? Gutachter beauftragen..?

Ich werde einfach mal die Augen aufhalten. Nicht das ein paar Bauarbeiter hier rumlungern und mit einem Vorschlaghammer mal kurz unser Haus zu einem Sanierungsfall werden lassen.

 

Netto-Markt

Es war einmal eine schöne Wiese am Ortseingang. Soweit ich das verstanden habe eigentlich gedacht zur Wiederaufforstung für die verlorenen Wälder am Flughafen. Jedenfalls liegt diese Wiese schön vor dem Wald, nur von der Landstrasse durchtrennt. Am Wiesenrand stehen ein paar kleine Häuschen mit Garten. Einige nannten diesen Stelle den letzten nicht verbauten Ortseingang. Einer der vielen Radwege des Regionalparks Rhein Main geht hier lang. Der Regionalpark, der für wie keine zweite Einrichtung für das grüne Rhein-Main Gebiet steht, der immer wieder als positives Beispiel herhalten muss, wenn wo anders etwas zugebaut wird.

In Zukunft wird das Image des Regionalparks etwas geschädigt. Denn wenn man dann vor der Übersichtskarte steht, blickt man nicht mehr auf eine grüne Wiese. Man steht dann vor einer vier Meter hohen Schallschutzwand, die dann die kleinen Häuschen vor dem neuen Netto-Markt beschützt.  Denn auf der grünen Wiese sollen in Zukunft alle Anwohner ihren täglichen Bedarf decken. Ein Einkaufsparadies von der Stange für die Bewohner im Süden Walldorfs.

Aber tut das wirklich not? Muss man die letzten Ecken noch zubauen? Der neue Markt liegt ausserhalb des Wohngebietes. Für die meisten Bewohner des neuen Wohngebiets Plassage/Lange Äcker sind der Rewe am Bahnhof oder auch der Aldi genausoweit entfernt wie der neue Markt. Wenn es einen neuen Markt benötigt, dann im Wohngebiet. Das komplette Gebiet wurde neu bebaut, aber daran wurde nicht gedacht. Wenn ich mal Rentner bin und auf das Auto verzichten will, dann wird auch dieser Markt für mich zur Weltreise.

Die Anwohner haben jahrelang den Bau verhindert. Wer einmal den Schattenwurf einer vier Meter hohen Mauer im Süden berechnet hat versteht auch warum. Vom Anblick der Mauer mal abgesehen. Und das ganze für ein Projekt mit zweifelhaften Sinn.

Ach ja, es ist ja eine Wiederaufforstungsstelle vorgesehen. Zwei schmale Streifen auf dem Gelände in Richtung Mörfelden. Aber da ist heute schon grüne Wiese. Wiederaufforstung bedeutet für mich Beton durch Natur ersetzen und nicht Wiese durch Wiese mit Bäumen. Sonst sehe sehe ich für die Zukunft nur noch Beton

Die Bürgeriniative gegen den Nettomarkt berichtet übrigens auf der Homepage http://www.einkaufszentrum-nein-danke.de

Die Bagger und Planierer haben sich durchgesetzt. Seit einer Woche ist das Gelände eine Baustelle. Immer mehr Natur wird zugebaut. Kommt die Menschheit irgendwann noch zur Vernunft?

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