Kategorie: Umzug

 

Sollte ich mir Gedanken machen?

Über den Sinn und Unsinn dieser Ecke habe ich mir ja schon einen Spaß erlaubt.

Architekt aus Schilda?

Doch jetzt mach ich mir wirklich Gedanken. Die erste Ecke ist ab. „Das ist ein statisches Element des Hauses. Ein Bau-Anker!“  hat der Bauherr gesagt. Der muss ja wissen.

Was nun? Hält das Haus auch so noch? Oder doch besser die Wohnung verkaufen? Versicherungssumme erhöhen? Gutachter beauftragen..?

Ich werde einfach mal die Augen aufhalten. Nicht das ein paar Bauarbeiter hier rumlungern und mit einem Vorschlaghammer mal kurz unser Haus zu einem Sanierungsfall werden lassen.

 

Architekt aus Schilda?

Was ist das? Und was soll das?

Der Absatz mit Treppe hat keinen sichtbaren Sinn. Er führt nirgendswo hin. Keine Tür, nicht einmal ein Versorgungsschacht oder Ähnliches. Kein Platz zum Spielen oder Chillen.

Die erste Vermutung war: Die Ecke ist von der lokalen Lackierer-Gewerkschaft als Arbeitsbeschaffungsmassnahme gesponsert. Denn durch die Ecke wird es recht eng bei Ein- und Ausfahrt.

Bei der Übergabe des Hauses klärte der Bauherr uns auf: Das ist ein Bauanker und sehr wichtig für die Statik des Hauses. Seitdem denke ich jedesmal beim vorbeifahren darüber nach: „Was passiert eigentlich, wenn jemand die Ecke mal mitnimmt. Fällt unser Haus dann wie ein Kartenhaus zusammen? Alles oder nur die Wohnungen auf dieser Seite? Und waren es gar nicht die Lackierer, sondern die Bauarbeiter-Gewerkschaft, die die Ecke eingebaut hat?“ Ich kann mir deren Gesichter schon vorstellen: „Die Auftragslage ist gut. Besonders die Nachfrage nach Instandsetzungen von Häusern ist überproportional gestiegen.“

Bleibt immer noch die Frage, warum diese sinnlose Plattform auch noch ein Treppe brauchte?

Auf Nichts ist Verlass

Am Freitag hatten wir ein Informationsschreiben im Briefkasten.

Im Rahmen der Bauarbeiten vor unserer Tür wird die Strasse geteert. In zwei Schritten, von Montag 15. August bis Freitag 19. August. Zuerst der obere Teil der Strasse bis zur Mitte, dann unserer Teil. Prima, denkt man sich, dann muss ich am Dienstag mir draussen einen Parkplatz suchen. Sollte ja noch reichen, wenn ich Dienstag früh Platz mache.

Und ausserdem, wer hat denn schon mal gesehen dass Bauarbeiter Zeitpläne einhalten. Nun, tun sie auch nicht. Zuerst einmal wurde am Freitag und Samstag bereits der alte Asphalt entfernt. Für einige Nachbarn ist die Hürde zum Parkplatz da schon zu hoch gewesen. Dann wurden alle Gullys vorbereitet, was dazu führte, dass man Slalom durch die Strasse fahren musste. Mein kleiner Wagen erlledigt das prima, aber man großes Schiff hat da seine Probleme.

Heute früh began dann das Teeren (nein, kein Federn). Heute mittag sind sie bereits vor unserer Haustür bei 75% der Strecke angekommen. Zum Glück war ich zuhause und habe meinen Wagen schnell rausgefahren, sonst hätte ich morgen Probleme. Ist den auf gar nichts mehr Verlass heutzutage?

Nun, Zeit und Gelegenheit meiner Männerrolle gerecht zu werden. Während Frau und Kind beim Stillen eingeschlafen sind (heisst es deswegen Stillen?) gehe ich runter und schaue der Maschine zu. In Schrittgeschwindgkeit rollen die Ketten über die Strasse und sie verarbeitet den Teer zu einer Oberfläche. Ganz nebenbei schiebt sie auch den LKW mit dem Material über eine Walze vorwärts.

 

 

 

 

Der Weg zum Bäcker

Ich bin ein verwöhntes Stadtkind. Mein Bäcker in Griesheim war nicht einmal 100 m entfernt. Da ist man kurz einmal runtergegangen und hat schnell Brötchen geholt. In der Zeit hat Conny kaum den Kaffee aufgesetzt. Und alternativ hatten wir in 200m Entfernung einen türkischen Bäcker, der sich um kirchliche Feiertage nicht kümmerte. Und so hatten wir immer frische Brötchen, schnell und lecker.

Auf dem Land ist das nicht so. Zumindest nicht für unsere Wohnung. Denn obwohl Walldorf mit Bäckern gut versorgt ist, so gibt es doch keinen in unserer Nähe. Es ist fast so, als ob ein Backwarenladen einen Sicherheitsabstand von 600m zu unserem Haus einhalten muss. Wir haben reichlich Auswahl, in fast jeder Richtung gibt es einen. Aber alle sind mit mindestens zehn Minuten Fussweg verbunden. Nein, das Auto ist keine Alternative. Nicht für mich. Das Rad? Ja, aber erst wenn das wieder aufgepumpt ist und der Frühling da ist. Bis dahin muss ich wohl oder übel Samstag und Sonntag laufen. Mal hier lang, mal da lang. Aber ich bin immer 20 Minuten unterwegs. Das ist der Preis des Landlebens.

Zum Verdeutlichen Google Earth.
http://www.gebek.info/wp-content/uploads/2010/12/Baeckereien.kmz

Die Markierung unten rechts in der Pieter-Valkenier-Allee ist unser Haus. Die Bäcker habe ich alle schon getestet, es fehlen noch die eingetragenen Kioske mit Brötchenverkauf.


http://www.gebek.info/wp-content/uploads/2010/12/Baeckereien.kmz

Ach ja, in Frankfurt hatte ich auch noch eine Apotheke, eine Packstation, einen Penny, einen Tedi, vier Restaurants, eine Reinigung, eine Post, eine Stadthalle, zwei Imbisse, einen Döner, einen Pizzaservice, eine Drogerie, einen Kiosk, eine Bank, eine Bushaltestelle und einen Bahnhof in 200m Reichweite. Jetzt in Walldorf: NULL Aber das ist eine andere Geschichte, um die ich mich später kümmere. Read More

Umzugschaos bleibt

Was man nach einem halben Jahr nicht ausgeräumt hat, kann man auch gleich wegschmeissen.

So erzählt einem es jeder, der selber vor kurzem umgezogen ist. Und damit das besonders wenig ist, packen wir fleissig aus. Ich weiß zwar nicht mehr wohin, aber wir machen uns fleissig ans Werk.

Eine Kiste haben wir heute direkt in den Müll befördert. Der Papierabfall vom Ausräumen ist mit umgezogen. Ein komplette, schwere Umzugskiste voll!!! Zum Glück habe ich die nicht getragen…

Der zusätzliche Müll ist besonders toll, weil der Kampf an der Müllfront in Walldorf ein harter ist. Die Mülltonnen sind immer voll. Ständig ist was falsches drin. Plastik und Holz im Biomüll. Tüten vor dem Restmüll (wird dann nicht geleert) und so weiter. Unser Hausmeister musste wohl schon zum Sortieren und wegfahren selber ran. Das wird teuer…

Für den Weihnachtsschmuck haben wir jetzt erstmal einen Platz gefunden. Allerdings wohl nur bis Januar.

Danke!

An erster Stelle hier schon einmal ein Danke an unsere Eltern. Alle vier haben uns super unterstützt bei der Renovierung und dem Umzug. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir mittlerweile schon eine wohnliche Behausung haben. Auch wenn das eine oder andere noch fehlt, so können wir jetzt schon mehr als zufrieden sein.

Nur das Bad ist noch eine Baustelle. Da fehlt der Feinputz, die Duschabtrennung, die Schränke, der Spiegel und die Lampen. Immerhin haben wir Licht. Auch die Thermostate sind jetzt da. Bisher konnten wir nur ganz oder gar nicht heizen, wobei bei zwei Heizungsausfällen garnicht ungewollt oft vorkam. Aber auch ohne Heizung sank die Temperatur in der Wohnung nur um 1,5 Grad in zwei Tagen. Und das bei 5 Grad Aussentemperatur. Respekt. Die Dämmung funktioniert.

Klingelanlage, Mülltonnen, Briefkasten, Tiefgarage, Fahrradkeller, Aufzug, Solaranlage, Pflaster. Alles kam Stück für Stück in den letzten Tagen. Ein Teil des Mülls haben wir in dne Main-Taunus-Kreis exportiert. Ein paar Dinge sind noch offen wie Fernbedienung für Tiefgarage (okay, nicht so wichtig), Netzwerkdosen und Patchfeld, restliche Mülltonnen.

Gestern habe ich die Winterreifen aus der alten Wohnung geholt. War irgendwie schon komisch. Man hat sich schon ein bisschen entfremdet von dem Haus, in dem man 15 Jahre gelebt hat.

Status Quo

Die neue Wohnung nimmt Formen an. Seit dem 23. Oktober haben wir jetzt den Schlüssel und seitdem ist viel passiert. Von einer Baustelle hat sich unsere Wohnung Stück für Stück in ein Heim verwandelt.

Heute wird der letzte Fussboden verlegt. Damit veschwindet das letzte Stück Beton/Mauerwerk aus der Wohnung. Für die Tapeten waren meine Eltern zuständig. Ich weiß gar nicht, wie ich dafür danken soll. Wie eine Tapeziermaschine wurde Raum für Raum verwandelt. Ich kam mit dem Grundieren und Streichen kaum nach.  Einige der Tapeten konnte ich erst in letzter Sekunde besorgen, aber am Ende hat es sich gelohnt. Wir sind sehr zufrieden.

Die Küche ist auch schon eingebaut. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch. Zum Beispiel die Thermostate in den Zimmern. Auch das Bad ist noch eine Baustelle. Hier fehlt der Feinputz. Auch die die Duschabtrennung muss nochbestellt werden und die Badmöbel müssen noch ausgesucht werden. Noch , Noch, Noch..

Verdammt viele Nochs. In fünf Tagen ziehen wir bereits ein. Im restlichen Haus fehlt noch einige Nochs mehr: Tiefgarage, Aufzug, Klingel, Briefkasten, Fussweg, einige Mülltonnen, Putz im Treppenhaus, Weg, Erdarbeiten,…… Bis zum Ende des Jahres werden wir auf einer Baustelle wohnen.

Wie ein Blinddate

Heute abend haben wir unsere erste Eigentümer-Versammlung in unserem neuen Haus.

Ich habe mir darüber vorher keine Gedanken darüber gemacht. Aber irgendwie ist das schon komisch. Heute abend treffen wir zum ersten Mal die Leute, mit denen wir zukünftig in einem Haus leben werden. Deren Marotten und Eigenheiten wir ertragen müssen, genauso wie sie unsere ertragen müssen.

Bisher kennen wir nur das Ehepaar aus dem Erdgeschoss und den Sohn einer Mitbewohnerin aus dem Dachgeschoss. Die waren sehr nett. Dazu hat man noch dann und wann jemanden auf der Baustelle gesehen. Mehr aber nicht.

Auf der Eigentümer-Versammlung sieht man sich jetzt zum ersten Mal richtig. Ich kann ja nicht mal sagen, ob ich jemanden bereits kenne. Vielleicht ist ein Bekannter darunter? Das hat alles ein bisschen was von einem Blinddate. Nur das man hier mit den noch unbekannten Partner bereits verheiratet ist. Nicht auf immer und ewig, aber doch für eine lange Zeit werden wir zumindest die Adresse teilen. Alles ist drin. Von gerade mal den Namen merken bis hin zu tiefen Freundschaften kann sich alles ergeben. Aber ich bin ganz zuversichtlich, dass wir viele nette Miteigentümer haben werden.

Zumindest sagt das der Herr Metz, der als Einziger alle kennt.

Noch eine Woche..

Nächsten Samstag bekommen wir den Schlüssel zu neuen Wohnung. Eine Woche noch. Heute waren wir in Walldorf und haben uns umgeschaut.

Unser Bad ist fast fertig. Dem Fliesenlieger Spatz sind wohl die Fliesen ausgegangen. 17 qm haben nicht gereicht.  Unten an der Wanne und an einer Wand der Dusche fehlen die Fliesen noch. Ich hatte 20 qm überschlagen, aber da wäre viel übrig geblieben. In allen anderen Räumen sind die Fliesen drin. Wir sind zufrieden.

Die ersten Steckdosen sind gesetzt, Schalter sind da und der Sicherungskasten ist eingebaut. Auch der Kleinkram entwickelt sich. Langsam kann man sich vorstellen, dort zu wohnen. Das ist auch notwendig, weil in wenigen Tagen der Umzug ansteht. Bis dahin muss noch viel gemacht werden.

Umzug: Damals und heute

Unsere ersten Kisten sind ja schon gepackt. Wenn etwas im Weg liegt, dann wird es einfach in eine Kiste gepackt und weg ist es.

Die Kisten nahm meine Mutter zum Anlass, von dem Umzug 1970 von Berlin nach Frankfurt zu erzählen. Zu der damaligen Zeit gab es ja noch keine Reiseerleichterungen durch die DDR. Der Umzug selber wurde von einer Spedition vorgenommen, aber die Papier-Arbeit im Vorfeld war enorm. In einem Verzeichnis mit dreifacher Ausführung musste ganz penibel vermerkt werden, was in JEDER Umzugskiste so steckte. Für Bücher und Schallplatten waren die Anforderungen noch höher. Hier musste jedes einzelne Buch und jede Platte mit Künstler, Titel, Verlag etc aufgeführt werden. Diese Listen, sogar in fünffacher Ausfertigung, mussten im Vorfeld abgegeben werden und die DDR konnte die Mitnahme bestimmter Bücher oder Platten verbieten.

Es gab damals keine Computer und Drucker. Man darf nicht vergessen, dass die ganzen Listen mit einer Schreibmaschine mit Durchschlägen erstellt wurden. Ein Haufen Arbeit.Noch schlimmer waren nur die Dias. Hier hätte jedes Dia mit Inhalt in der Liste stehen müssen. Zum Glück waren es nicht soviele, deshalb passten sie in das Fluggepäck.

Da haben wir es heute einfacher. Alles rein in die Kiste und nur das Ziel-Zimmer aussen markieren. Fertig. Nur manchmal, wenn wir mit einigen Sachen doch zu voreilig gewesen sind und sie doch noch benötigt werden, dann wünsche ich mir eine solche Liste…

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