Monat: November 2012

 

elefant am airport

Einer alten Familientraditon folgend bekommt meine Kleine ein Mitbringsel von der Geschäftsreise.

Stolz wie Oskar

Turnen ist nicht nur was für den Körper, sondern auch für das Selbstbewusstsein.

Beim Turnen ist Isabel abegestürzt. Natürlich genau dorthin, wo keine Matten lagen. Wie sollte es anders sein. Es gab einen Schreck und Tränen.

Aber Isabel gibt nicht auf. Es geht wieder hinauf. Auf der hoher Bank balanciert sie ohne Mamas Hand. Der stolze Blick in den Kinderaugen zeigt es ganz deutlich:

„Ich habe es geschafft. Ich bin dicke da. Ich kann alles machen was ich will.“

Und dieses Selbstbewusstsein ist genauso wichtig wie die körperlichen Fähigkeiten.

Was Izzie so macht…

In letzter Zeit haben wir nicht alles prokolliert, was Isabel so macht. In den letzten sechs Monaten, seit Isabel Laufen gelernt hat, ist viel passiert und Tag für Tag verblüfft sie uns mit neuen Fähigkeiten und Geschichten. Ich fasse heut mal einige Dinge zusammen

  • Gezieltes Handeln
    Izzie schaut sich alles ab. Vor wenigen Tagen mussten wir dem Hasen die Batterien wechseln. Das Batteriefach ist mit einer Schraube gesichert. Also kam der Hase in die „Werkstatt“ und bekam neue Batterien. Izzie schaute aufmerksam zu.
    Diese Woche, ich saß gerade am Computer, kam sie aus dem Wohnzimmer hinter ins Arbeitszimmer. Vollgepackt, in der einen Hand ihren Hasen, in der anderen den Tritt. Sie gab mir den Hasen, stellte ihren Tritt an den Schreibtisch, kletterte hoch und machte sich lang. Mit den Fingerspitzen kam sie an den Schraubenzieher. Den schnappte sie sich und kam zu mir. Der Hase wurde auf den Rücken gedreht und mit dem Schraubenzieher die Schraube bearbeitet. Sogar das Drehen hat sie mittlerweile gelernt, aber solange der Schraubenzieher nicht richtig drin sitzt, passiert noch nicht. Das hat sie schon öfter gespielt, aber bisher nicht so gezielt vorbereitet und durchgeführt.
  • Als Conny die Tage mit dem Staubsauger durch die Wohnung ist, hat Isabel begonnen die Stühle vom Tisch wegzuschieben. Damit Mama auch unter dem Tisch saugen kann. Zur Zeit heisst Zuschauen auch Lernen
  • Das gleiche macht sie mit allen Netzteilen, die sie finden kann. Sie nimmt das Netzteil und sucht sich eine Steckdose. Die sind zwar alle geschützt und sie hat keinen Erfolg, aber das hält sie nicht davon ab es erneut zu probieren. Erstaunlicherweise am liebsten mit extern Netzteilen. Vielleicht weil die leichte zu tragen sind?
  • Ein weiteres Beispiel für Zuschauen und Lernen  war die Aktenablage. Conny sass im Büro und hat abgeheftet. Akten und Papiere gelocht und in den Ordner getan. Muss ja von Zeit zu Zeit sein. Isabel schaute erst zu, dann lief sie zum Papiermüll, schnappte sich einen Stapel. Den legte sie auf die Couch, holte den Locher  und stellte ihn obendaruf. Fertig!! Gelocht und abgelegt.
  • Isabels Erinnerungsvermögen wird immer besser. Wiedereinam war unser Telefon weg. Am Vormittag hatte Isabel damit gespielt, doch jetzt am Nachmittag war es nicht wieder aufgetaucht. Also fragte Conny einfach unserer Tochter: „Wo ist das Telefon?“. Die überlegte kurz, schnappte die Mama an der Hand und führte sie ins Kinderzimmer an den Fisher Price Tisch hinter ihrem Bällchenzelt. Und siehe da, dort hatte sie das Telefon am Vormittag gelagert. Aber auch beim Spielen in der Krümmelburg. Als sie am Ende gelochte Bausteine aud die Stäbchen steckte, rannt e Isabel plötzlich los und kam aus dem anderen Zimmer mit zwi gelochten Scheiben wieder. Sie muss die am Anfang beim Spielen dort gesehen haben und  hatte sich dann daran erinnert.
    Ein weiteres Beispiel war beim Lesen. Conny schaute mit Ihr ein Bilderbuch im Wohnzimmer an. Dort kam mal wieder ein Elefant vor. Isabel schaute, überleget kurz und lief los. Zurück kam sie mit einem anderen Buch und gab erst Ruhe, als sie in dem neuen Buch auch den Elefanten gefunden hatte.
  • Izzie räumt auf. Sie liebt es Müll in den Mülleimer zu bringen.Egal ob Papier, Bio oder grüner Punkt. Man muss ihr nur zeigen, in welchen sie es schmeissen soll. Der Klassiker sind die Reste vom abendlichen Fernsehschauen, wenn mal von der Schokolade Papier auf dem Tisch liegt. Das räumt sie morgens gleich weg.
  • Auch die Puppe braucht saubere Kleidung. Izzie schmeisst jetzt auch gerne mal Puppensachen in die Wäsche. Machen wir mit ihren Sachen ja auch.
  • Mama! Das klappt schon. Mit anderen Worten noch nicht so richtig. Aber neben dem unvermeidlichen „Da“ gibt es ja noch das „Auto“. Das kommt aber mittlerweile schon in so vielen Varaitionen, dass es nicht mehr lange dauert, bis ein Wort kommt. „Papa“ ging ja auch schon mal. Auch Oma und Opa bekommt eine eigene Einfärbung.
  • TOUCHDOWN! Arme hoch! Wir haben es nur ein-zwei mal geübt. Aber sie hat es verstanden und auch den Bezug zum Football hergestellt. Denn Football erkennt sie schon. Im Fernsehen, als Foto, als Ball. Die Tage lief nebenbei ein Footballspiel im Fernsehen und der Reporter schrie „Touchdown“. Isabel, die neben Conny uaf der Couch sass, riss beide Arme in die Luft und freute sich. Conny auch.
  • Das Sandmännchen ist der Renner. Wenn es beginnt, sitzt sie wie eine Eins da und schaut gebannt. Am liebsten mit der Sandmannfigur in der Hand. Mittlerweile hält sie auch den Beitrag über durch.
  • Verstecken macht Spass
    Isabel kann minutenlang still stehen, wenn sie sich verstecken will. Das macht ihr wirklich Spass. Letztens stand sie hinter dem Wäscheständer und gab keinen Mucks von sich. Und Conny hat die Kleine wirklich nicht gesehen und echt gesucht. Meistens wissen wir ja wo sie ist. So wie in Flörsheim, wo sie hinter der Tür schon eine Decke hingelegt bekommen hat, weil sie sich da so oft versteckt.

Raum ohne Zeit

Es gibt einen Platz, da existiert das Raum-Zeit-Kontinium, so wie wir es kennen, nicht. Dort gibt es keine Uhr. Dort gibt es nicht einmal mehr Zeit. Die Zeit, dieser Drängler im unseren Leben, der ständige Pulsschlag, der uns nach vorne treibt, das Damokles-Schwert, das über uns schwebt. Das alles gibt es dort nicht. Dieser Raum ist das Kinderzimmer unserer Tochter. Egal ob mitten in der Nacht, abends beim Einschlaflied, beim abendlichen Waschen oder beim Spielen im Bällchenzelt. Selbst beim stillen Betrachten unserer Tochter. Die Zeit bleibt für mich stehen. Sie hört auf zu existieren, solange ich mit Isabel in diesem Raum bin.

Wir hatten noch nie eine Uhr dort und ich habe auch noch nie eine vermisst. Denn in diesem Augenblicken ohne Zeit spielt die Zeit ja auch keine Rolle. Alles andere ist wichtiger, schöner, beeindruckender. Nicht immer schön im herkömmlichen Sinn. Denn dieses Gefühl der Zeitlosigkeit gilt in guten und in schlechten Zeiten. Spass macht es, wenn wir zusammen rumtoben, wenn wir statt zu waschen stundenlang „Wo ist der Papa“ hinter dem Handtuch spielen. Keinen Spass im herkömmlichen Sinn macht es am Bett eines kranken Kindes zu sitzen. Zu sehen, wie sich das kleine Mädchen quält ohne dass wir helfen können. Diesmal wussten wir ja nicht einmal was sie hat.Wichtig ist nur der Moment. Dass man da ist und hilft, dass man den Moment trotz aller widrigen Umstände geniesst. Und das tue ich, auch wenn ich nachts mit Laken und Bettdecke zwischen dem Spielzeug liege, einer weinenden Tochter die Hand halte und stundenlang „Schlaf Kindchen Schlaf“ singe. Ich weiß, die meisten würden bei meinem Gesang auch weinen, aber hier liegt die Situation anders.

Ausserhalb des Raumes vergeht die Zeit allerdings im normalen Tempo. Wenn man rauskommt, dann trifft sie wie ein Hammer. „Oh man, ist ja schon wieder 6:00h. Gerade nochmal 45 min bis zum Wecker“. So oder so ähnlich wird man in die Realität zurückgeholt.

Aber in dem Raum wird die Zeit ersetzt durch die Liebe zu der Tochter. Elternliebe, jene Art von Liebe, die man nicht verstehen kann, bis man sein eigenes Kind in den Armen hält. Und erst dann erkennt, was die eigenen Eltern früher gefühlt haben müssen. Ich bin dankbar, diese Liebe heute erfahren zu dürfen und ich bin auch sehr dankbar, als Kind diese Liebe genossen haben zu dürfen.

 

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