Monat: Dezember 2012

 

Die erste Begegnung mit dem Weihnachtsmann

Letztes Jahr war Isabel noch zu klein, um Weihnachten erleben zu können. Dieses Jahr bekam sie deutlich mehr mit.

Auf dem Weihnachtsmarkt sah sie den ersten Nikolaus und war beeindruckt. Doch nach einer Weile kam sie hervor und lief, zusammen mit Mama, dem Nikolaus hinterher und holte sich ihren Schokoweihnachtsmann.

Vor Weihnachten gab es bei uns ja viele Weihnachtsmänner in der Wohnung. Also haben wir ihr beigebracht, dass der Weihnachtsmann „HoHoHo“ macht. das fand sie auch immer spassig und konnte es auch selber sagen.

Da Opa Peter als Nikolaus ja ausfiel, musste zu Weihnachten der Weihnachtsmann her. Also sprang Opa Herbert ein und übernahm die Rolle. Am Heiligabend, kurz vor der Bescherung, klopfte es an der Tür. Ein lautes, raues „HoHoHo war zu hören“.

Isabel drückte sich an mich und schaute ängstlich zu Tür. „Wer kommt den da?“ Der Weihnachtsmann kam zur Tür herein, in der Hand eine Rute und einen kleinen Sack (der fehlte bei dem Kostüm, aber da die Geschenke ja eh schon unter dem Baum lagen, war das nicht so tragisch). Mit finsterer Stimme sprach der Weihnachtsmann. „Ho Ho Ho. Frohe Weihnachten“. Isabel weinte. Angst machte sich breit. Sofort wurde der Weihnachtsmann friedlich und sprach mit sanfter Stimme. Aber Isabel war misstrauisch, auch wenn das Weinen aufhörte. Das Geschenk, das der Weihnachtsmann ihr hinhielt, nahm sie sofort. Aber selbst der ausgepackte Feuerwehrwagen konnte das Misstrauen nicht mehr besänftigen. Da half es auch nicht, dass Oma Gabi den Weihnachtsmann umarmte oder ich ihm freundlich die Hand gab. Anfassen wollte Isabel den Weihnachtsmann nicht. Solange der Weihnachtsmann im Abstand blieb, war alles in Ordnung. Aber weggucken wollte sie auch nicht, dazu war das alles viel zu aufregend.

Wenn wir sie heute, eine Woche nach dem Treffen mit Weihnachtsmann, auf das HoHoHo ansprechen zeigt sie auf die Tür. Da kam er her. Wenn man das HoHoHo wiederholt kann man die Angst in ihrem Gesicht ablesen. Er hat mehr Eindruck hinterlassen als wir gedacht haben. Es ist kein Trauma, aber Repekt hat sie vor dem Mann im roten Mantel auf jeden Fall. Wir können unser Kind zwar selber erziehen, aber vielleicht hilft uns der Weihnachtsmann in den nächsten Jahren als Droh-Szenario weiter. Es wird nicht lange dauern und der Weihnachtsmann wird aufgrund der vielen Geschenke seine Einschüchterungsfunktion verlieren….

 

Geschrieben aus Cottbus, Brandenburg, Germany.

Nikolausi

Eingie Diskussionen mit unserer Tochter erinnern doch stark an einen Sketch von Gerhard Polt. Passend zur Weihnachtzeit das Gespräch zwischen einem Osterhasen und einem kleinen Jungen, der immer nur ein Wort sagt: „Nikolausi“. Der Nikolaus heisst bei Isabel noch „HoHoHo“  und weckt keine guten Erinnerungen, aber ihr neustes Allzweck-Wort heisst „Auto“.

Ich weiß, hier im Blog gibt es einen Beitrag zu dem Wort „Da“ und seinen unterschiedlichen Bedeutungen. Wir müssen wohl der Tatsache ins Auge sehen dass unsere Tochter zwar gesprächig ist, aber in der Wahl der Wörter eher geizig ist.

Eine typische Unterhaltung, z.B. beim Lesen einem der zahlreichen Bilderbücher, sieht bei uns so aus:

Wir: „Welches Buch wollen wir lesen?“
Izzi: „Da“
Wir: „Wir nehmen das mit den Tieren“
Izzi: „Auto“
Wir: „Was ist das für ein Tier?“
Izzi: „Auto“
Wir: „Das ist eine Kuh.“
Izzi: „Auto“
Wir: „Nein, eine Kuh. Wie macht die Kuh?“
Izzi: „Auto“
Wir: „Nein, die macht Muh. Wo ist die Biene?“
Izzi zeigt auf die Biene (sie versteht alles): „Auto“
Wir: „Wo ist der Esel“
Izzi: „Auto“
Wir: „Nein, der hat vier Beine, keine Räder“
Izzi: „Auto“
Wir: „Schauen wir mal auf die nächste Seite“
Izzi: „Auto“
Wir: „Wo ist der Bus“
Izzi: „Auto“
Wir: „Das Auto steht vor dem Bus. Wo ist der Junge?“
Izzi: „Auto“
Wir: „Nein, der ist nicht im Auto. Der steht an der Haltestelle“
Izzi: „Auto“
Wir: „Nein da kommt der Bus. Wie macht der Bus?“
Izzi: „Auto“
Wir: „Fast“
Izzi: „Auto“
Wir: „Was fährt vor der Tür“
Izzi: „Auto“
Wir: „Was hat ein Lenkrad?“
Izzi: „Auto“
Wir: „Welches Fahrzeug hat einen Otto-Verbrennungsmotor“
Izzi: „Auto“

Wir: „Was haben wir doch für ein kluges Kind……“


Nikolausi – das Original von Gerhard Polt

Na Na Na

Na Na Na im DuettAbends. Waschen. Wickeln. Und Izzi halt mal wieder keine Lust. Meckert und motzt. Sie will lieber spielen, klettern und Gegenstände untersuchen als still liegen. Als ich versuche, die Windel unterzuschieben steigert sich das Motzen in ein lautstarkes Meckern. Sie dreht und windet sich, verschränkt die Arme vor der Brust und ruft: „NA NA NA“.

Verblüfft lege ich die Windel weg. Ausser Mama, Auto und DA habe ich von unsere Tochter bisher wenige sprachähnliche Laute gehört. Ich schaue sie an. Sie schimpft und mit verschränkten Armen folgt ein weiteres zorniges: „NA NA NA“.

Ich schaue sie an, verschränke die Arme, schaue streng und sage mit tiefer Stimme. „NA NA NA“. Izzi quickt vor Lachen und antwortet wieder mit „NA NA NA“. Jetzt aber nicht mehr zornig, sonder über beide Backen strahlend. „Na Na Na“ geht es jetzt zwischen uns hin und her und beide lachen wir aus vollem Herzen. „Na Na Na“.

Am nächsten Tag das gleiche Spielchen. Als wir Conny dazurufen, muss sie auch die Arme verschränken und „Na Na Na“ sagen.

Das Spiel werden wir in Zukunft öfter spielen und Izzi dirigiert mit Zeigen und deutlicher Miene, wer jetzt dran ist mit „Na Na Na“. Ich frage mich nur, woher hat das Kind das. Sooft haben wir sie nicht bei Blödsinn erwischt und sie mit einem „Na Na Na“ ermahnt. Glauben wir zumindest. Aber da müssen wir uns wohl täuschen, denn sie hält uns mit diesem Spielchenen Spiegel vors Gesicht.

Besteck verbleicht

Unser BesteckNach dem Einzug haben wir uns auch ein neues Besteck angeschafft. Eines für den Alltag, farblich passend zur neuen Küche und dem Wohnzimmer. Gut in der Hand liegend, eines für „Jeden Tag“.

Nach langer Suche haben wir dann auch was gefunden. Eigentlich optimal. Nicht ganz billig, sondern schon so, dass es etwas Qualität versprach. Aber auch nicht zu teuer. Wie gesagt, eigentlich optimal.

Doch leider hielt es nicht was es versprach. Bereits nach zwei Tagen war das erste Messer kaputt. Gebrochen zwischen Griff und Schneide. Egal, kann man kleben. Doch bevor ich dazu kam, folgte Messer zwei und drei. Irgendwann benutzen wir die Messer nicht mehr und so hat eines überlebt. Aber wir benutzten die Löffel fleissig. Jeden Morgen zum Müsli Essen. Nun ja, zumindest die fünf, die noch nicht kaputt gegangen ware.

Eines Tages, knapp 15-18 Monate nach Anschaffung, meinte Conny. „Die Löffel sehen so seltsam aus, hatte die nicht mal eine andere Farbe“. „Quatsch“, antwortete ich und holte einen Löffel raus. Als ich da nicht genutzte Messer daneben legte, war die Überraschung groß. Links der gebleichte Löffel, rechts das geschonte Messer. Aus kräftigen Herbstfarben wurden blasse Frühlingsfarben. Krass!!

Aus einem Weihnachtsgruß..

Lass uns zusammen leben im Heute
Vergangnes bewahrend, die Zukunft im Blick
als erfahrene Menschen und vorausschauend Leute
die stets kämpfen um Chancen, doch auch kennen ihr Glück!

Autor: Ralf Theinert (www.phantasieraum.de)

Ich kenne mein Glück Deswegen möchte ich mich nicht nur  bei den vielen freundlichen Mitmenschen, sondern besonders bei meinen Freunden und meiner Familie herzlich bedanken.

Mein größter Dank geht an die zwei wichtigsten Frauen in meinem Leben: Conny und Isabel, mein größtes Glück…..

 

Zahnen war Scharlach

Manchmal täuscht man sich halt. Zum Glück hatte das keine Konsequenzen.

Vor einigen Wochen wurde Isabel krank. Gelegentlich hatte sie etwas Fieber, aber nie wirklich hoch. Auch nie wirklich lang. Es ging ihr nicht gut und das merkte man. Das fing tagsüber an. Am Donnerstag Abend wollte ich sie in das Bett bringen. Plötzlich kotzte sie in drei Schüben alles wieder raus. In großen Bögen wurde Schlafsack und die zu Hilfe eilende Conny bespuckt. Isabel schlief noch friedlich ein. Aber nur bis kurz nach Mitternacht. Da konnte sie nicht schlafen, jammerte mal, warf sich hin und her. Irgendwann zog sie uns aus dem Bett und spielte stundenlang mit mir im Wohnzimmer.

Unsere Diagnose: Isabel zahnt! Die Eckzähne war die Vermutung. Die Symptome passten ja auch. Isabel hielt sich den Hals, Fieber kann ja mal vorkommen. Nur das Kotzen gehört eigentlich nicht dazu.

Der Freitag verlief gut und wir machten uns schon Hoffnung auf Besserung. Doch die Nacht verlief wieder wie die vorherige. Und zu allem Überfluss kotze Isabel am Samstag früh. Und auch dann nochmal zwei mal im Laufe des Vormittages. Hatten wir vorher nur darüber nachgedacht zum ärtzlichten Notdienst zu fahren, so war es jetzt klar. Wir fuhren nach Mörfelden in das Ärtzehaus.

Als die Ärztin Isabel untersuchte, sah Conny plötzlich einen Ausschlag an Armen und Beinen bei der Kleinen. Die Ärztin hatte einen Verdacht, aber da Isabel nicht mitspielte  bei der Halsuntersuchung schickte sie uns in die Kinderabteilung des Krankenhauses Rüsselsheim. Also machten wir uns auf den Weg.

Dort mussten wir lange warten. Nach knapp 90 Minuten waren wir dran. Mittlerweile war der Ausschlag stark verbreitet.

Dort gab es einen Schnelltest bevor die Diagnose feststand: Scharlach!! Kein Zahnen sondern eine bekannte Kinderkrankheit. Aber leider auch eine, die durchaus gefährlich werden kann. Isabel bekam Penicillin verschrieben, dass sie die nächsten 1o Tage nehmen muss. Was das bedeutet, sollten wir erst später erfahren.

Das Gute an den Antibiotika: Die Heilung trat umgehend ein. Ab sofort konnten wir wieder ruhig schlafen. Doch nun sollte Isabel alle 8 Stunden eine Portion bekommen. Und die Medizin schmeckte wohl sehr bitter. Zu Deutsch: Sie weigerte sich. Also mussten wir um 8:00h, um 16:00h und um 24:00h  den Kampf aufnehmen. Ab dem zweiten Tag setzen wir eine neue Technik ein: Die Spritze. Damit konnten wir Isabel nachts auch im Schlaf die Medizin verabreichen. Wir schlichen uns ins Kinderzimmer, ich nahm Isabel auf den Arm und Conny hat verabreichte die Spritze in den Mund .

Aber auch das hatte ein Ende. Und weder Conny noch Andy steckten sich. Das war ein Glück. Es gibt ja 40 verschiedene Scharlacharten und man ist nur gegen diejenigen immun, die man bereits selber durchgemacht hat. Im Prinzip ist Scharlach eine Mandelentzüdung, bei der die Bakterien auf andere Organe überspringen können. Und das macht Scharlach so gefährlich, dass man es früher auch „Kindertod“ . Ein Name, der uns nachträglich einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Alleine die Vorstellung dass eine zufällig eingefangene Mandelentzündung früher zum Tod unseres Sonnenscheins hätte führen können erschreckt doch sehr. Aber zum Glück gibt es heute Medikamente und die modernen Erkenntnisse der Menschheit.

Was für ein Tag

Der erste Advents-Sonntag 2012 war ein sehr spezieller und erlebnisreicher Tag. A day to remember…

Als wir morgens aufgewacht sind war die Welt weiß. Über Nacht war der erste Schnee des Winters gefallen. Für Isabel der erste Schnee in ihrem Leben den sie wirklich erleben konnte. Letztes Jahr war sie ja noch zu jung. Also packten wir sie nach dem Frühstück warm ein und gingen hinter unser Haus. Fünf Zentimeter Schnee lagen dort. Kein Pulverschnee, sondern nasser, pappiger Schnee. Aber das tat dem Spass keinen Abbruch. Isabel rannte los und machte Spuren in den Schnee. Ohne die Füsse zu heben ging es kreuz und quer. Natürlich auch rund um die geliebten Gartenhäuschen.

Im Winter 2012 stand noch kein Zaun. Mit ein bisschen Glück wird auch keiner kommen. Ohne Zaun begann Conny sich in die Schneeballschlacht der Nachbarkinder einzumischen. Während ich Isabel auf dem Arm hielt, verlagerte sich die Schlacht  in unseren Garten. Aus dem Nachbargarten warfen zwei Mädchen mit, von den Reihenhäusern kamen 4-5 Jungs rüber. Es ging hin und her und alle hatten viel Spaß. SO haben wir uns das mit dem Garten und der Nachbarschaft vorgestellt. Eine Vorstellung, die einige unserer Nachbarn leider wohl nicht teilen. Aber vielleicht können wir den Zaun ja noch verhindern.

Mit dem pappigen Schnee konnte man einen Super-Schneemann bauen. Sobald die Kugel über den Schnee rollte, klebte die komplette Schneeschicht an der Kugel. Dahinter kam der grüne Rasen zum Vorschein. Drehung für Drehung wurde die Kugel fünf Zentimeter dicker. So dick, dass Conny bald einige Kugeln gar nicht mehr bewegen konnte. Aber Schneemann wurde trotzddem fertig. Isabel freute sich. Später rannte sie zum Schneemann und wollte ihne umarmen. Es wurde ein astreiner Tackle, der Schneemann fiel um wie gefällt.

Müde fiel Izzie in den Mittagsschlaf. Als sie wieder wach war, wollten wir zur Opa Peter in die Uniklinik fahren. Er hatte die byepass-Operation ja gut überstanden und wir wollten ihn mal zu dritt besuchen. Als wir in die Tiefgarage kamen, wollte ichmit einem Klick das Auto öffnen. Nichts. Kein Mucks. Nochmal gedrückt. Nichts. Da war es wieder, die schlechte Gefühl. Keine Reaktion ist ein schlechtes Zeichen. Das Auto aufgeschlossen, Schlüssel rein. Keine Reaktion. Nicht schon wieder!!!! Wir haben da einige schlechte Erfahrungen mit der Batterie. Conny noch mehr als ich, aber auch unsere gemeinsamen sind schon sehr umfangreich. Der Polo zu Hause, der ACE mit LKW Abschleppwagen, der Wagen der kurz nach dem externen Starten wieder ausging, zwei Stunden auf dem Parkplatz in Kopenhagen oder zuletzt auf dem Weg nach Dänemark. Sehr umfangreiche Erfahrungen, aber eigentlich eine komplett neue, teure Batterie.

Und nun schon wieder. Was tun? Starthilfekabel! Aber Connys lag wieder mal im Kofferraum, in der unstersten Abdeckung und der Kofferraum geht ohne Strom nicht auf. Das hatten wir schonmal. Also das von oben. Andy geht es suchen. Als er es endlich hat und aus der Tüte holt, ist die Überraschung groß. An einem Kabel sind beide Klemmen gebrochen. Das wird wohl nichts. Conny läuft los und fragt unseren Nachbarn Raffael. Miro war ja leider nicht im Haus. Raffael kommt runter, aber findet sein Kabel nicht. Also doch das aus Connys Kofferraum. Mit viel hin und her, Gezerre und Getue, bekomme ich es endlich raus. Zum Glück ist der Parkplatz von Scholz frei und die Batterien sind so angebracht, dass wir beide Autos einfach nebeneinander stellen können. Sollte uns das Glück mal hold sein? Nein, natürlich nicht. Obwohl es am Kabel funkt und zischt, kommt bei Conny kein Strom an. Verdammt. Also doch der ACE.

Ich rufe an, gebe alles durch.
„Sie sind der Ehemann?“ – „Ja“
„Und das Auto gehört Ihrer Frau?“ „Ja“
„Ihre Frau ist gefahren?“ „Nein, das Auto springt ja nicht an. Aber ja, sie ist mit dabei“

Die Prognose waren 35-45 Minuten. Aber bereits nach 10 Minuten ruft der Pannendienst aus Mörfelden an. „Ich bin gleich da. Wo steht denn das Auto?“ „In der Tiefgarage“ „Oh. Zum Glück habe ich den kleinen Wagen genommen“

Der Mann vom ACE war dann auch schnell da. Ich ging schon mal runter, Conny wollte mit Isabel dann direkt hinterherkommen. Wenn der Wagen mal läuft, dürfen wir ihn nicht mehr ausschalten. Ruckzuck hatte der ACE den Wagen auch wieder am Laufen.

„Schalten sie alles an, was sie haben“
„????????“
„Ja, schalten sie alles an“
„Ich dachte sowenig wie möglich, damit die Batterie geladen wird“
„Das ist ein Irrtum. Je mehr Verbraucher laufen, umso mehr Strom wird an der Lichtmaschine angefragt und umso schneller lädt die Batterie“

Da soll mal einer draufkommen. Irgendwann kommt Conny dann überhastet mit einer halb angezogenen Isabel herunter gestürmt. Gerade rechtzeitig, als der ACE-Mann die Fahrzeugpapiere haben will. Isabel hat, nachdem ich runter bin, erstmal einen schönen Puff in die Windel gesetzt. Und weil Conny hektisch wurde, wurde auch Isabel nervös und beide schaukelten sich hoch. Entsprechend durch den Wind kam Conny im Keller an. Die Papier waren schnell gezeigt und fast hätte sie den Fahrzeugschein im Pannendienstwagen vergessen. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Conny Portemonnaie wurde hier zuletzt gesehen. In der Hektik fuhren wir einfach los. Schliesslich wurden wir erwartet, waren froh dass der Wagen überhaupt lief und so weiter. Ob das Portmonnaie im Pannenwagen verschollte, auf dem Autodach lag und irgendwann runterfiel, jemand es in der Tiefgarage es gefunden hat und uns nicht mehr geben will oder es erst auf dem Parkplatz der Uniklinik endgültig verschwand ist unrelevant. Es ist bis heute jedenfalls trotz Recherche nicht mehr aufgetaucht.

Wir sind dann also schön über die Autobahn ins Krankenhaus gedüst, damit die Batterie geladen wird. Im Krankenhaus sorgte Isabel dann für Unterhaltung. Schön zu sehen wie sich der Opa über den Besuch von unserem Sonnenschein freute. Isabel began umgehend das Krankenhaus zu erforschen und lief über den Flur hin und her. Tür auf, Tür zu, verstecken. Ein lebendiges Kind. Es war auch schön zu sehen, wie sich der Opa von der OP erholte und Tag für Tag besser aussah. Auf dem Rückweg nahmen wir die Oma mit nach Flörsheim. Wir wollten nochmal auf den Weihnachtsmarkt, auch wenn der Sonntag nicht so lange auf hat.

Das Karussel war zwar schön anzusehen, aber fahren will Isabel dann doch nicht. Die Wurst wurde natürlich beim Volksliederbund gegessen. Beim Glühwein stellte sich dann die Frage: Heiß bei der Feuerwehr oder lecker beim Martin, dem Winzer? Im Prinzip war die Frage nur rheotirisch, denn es ging eigentlich nur um die Reihenfolge.

Und während wir da standen entdeckte Isabel die Linien auf dem Pflaster. Das ist ja wie balancieren. Los gehts, auf den linien kreuz und quer über den Kirchplatz. Egal ob da Leute oder Buden stehen. Keine Rücksicht auf Verluste. Wo Isabel durch will, geht sie auch durch. Und das nicht nur einmal sondern hin und her, immer wieder. Als sie kurz darauf bei der Tombola einen Ball gewonnen hat. spielte sie Fussball über den Platz. Der Ball wurde wild geschossen und hinterher gerannt. Das mit 18 Monaten. Eigentlich noch zu früh für Fussball. Aber sie jagte den Ball immer wieder über den Platz. Viele leute freuten sich und spielten mit. Schoben den Ball zu ihr und sie schoss wieder irgendwo hin. Als sie dann die Mauer entdeckte, war der Ball vergessen. Richtig balancieren auf der Mauer ist noch viel cooler als nur am Boden. Auch wenn man auf der Mauer den Papa zur Sicherung braucht.

Am Abend ging ein ereignisreicher Tag zu Ende. Ein Tag wie ihn das Leben schreibt. Freude und Leid, Schönes und nicht so Schönes,  dicht beisammen.

Klavier und Schokolade

Die Nikolausfeier 2012 ware eine Besondere. Mein Papa war nicht mit dabei. Aber wir konnten alle beruhigt sein, denn er hat die Byepass-Operation gut überstanden und war gerade in der Reha-Klinik angekommen. So gab es niemanden, der den Nikolaus übernehmen konnte und das war im Ablauf ungewohnt, Aber per Telefon konnte er zumindest kurz dabei sein.

Für Isabel war es die erste richtige Nikolausfeier. Diesmal bekam sie alles mit. en drückendes fehlenden Nikolauses wurden zwar weniger Lieder gesungen und weniger Musik gemacht, aber dafür kam es diesmal spontan. Alle sangen mit, als Rosie das Nikolauslied anstimmte. Das war sehr schön.

Im Laufe des Abendes lernte Isabel zwei neue Dinge kennen, von denen mindestens eins ihre Leidenschaft sein wird. Eine Leidenschaft, die 99% aller Kinder teilen. SCHOKOLADE!!!!. Rosie nahm die Kleine zur Seite und ließ sie am Nikolaus knabbern. Das Ende vom Lied: Ein lautes Geschrei, als sie den Nikolaus nach wenigen Bissen wieder abgeben musste.

Noch mehr Geschrei hörten wir, als wir nach Hause gehen wollten. Tini hatte Isabel das Klavier gezeigt. Erst staunte unsere Tochter und schaute zu. Aber dann wurde sie mutig und durfte auf die Tasten drücken. UUUIIIHHH. Das macht ja Musik! Das ist schön. Und jede Taste macht einen eigenen Sound. TOLL. Sie lief von links nach rechts und wieder zurück und probierte alle Tasten aus. Musik hat es ihr angetan. Auch auf dem Weihnachtsmarkt in Walldorf war die Kapelle die größte Attraktion. Okay, der Nikolaus konnte mithalten, aber vor dem hatte Isabel doch Angst gehabt. Jedenfalls musste wir das Musizieren unserer Tochter dann leider doch unterbinden, denn es war schon spät. Beim Schliessen des Klaviers ging das Freuen in Schreien über. Aber das geht vorüber und ich bin sicher, wohin Isabel bei unserem nächsten Besuch in dem Maximilian-Kolbe-Weg gehen wird….

Spielzeug

Heute morgen lagen wir noch gemütlich im Bett. Nur Isabel wollte nicht die ganze Zeit ruhig darliegen. Also krabbelte sie raus aus dem Bett. Aber auch das war langweilig. Also versuchte sie ihr Glück und wollte uns zum Aufstehen bewegen. Meist klappt das ja auch. Aber heute liess zuerst Conny sie abblitzen. Dann kam sie rund ums Bett und zog an meiner Hand. „Ach Izzie, lass uns doch noch liegen.“ Aber sie wollte uns unbedingt raus ins Wohnzimmer zerren. „Dann hol Dir doch ein Spielzeug her.“

Da überlegte die Kleine kurz und zog los. Zuerst in das Kinderzimmer. „Da hat sie nichts gefunden“ meinte Conny. Isabel tapste weiter in das Wohnzimmer. Es dauerte verdächtig lang. Sie konnte sich nicht entscheiden. Da hörten wir ein Knarren. Unser Verdacht wurde Schritt für Schritt zur Wahrheit. Isabel hat sich kuzerhand ihren kompletten Spielzeugwagen genommen und den ins Schlafzimmer geschoben. So hat sie das komplette Spielzeug vorbei.

Allerdings brachte uns das auch nur fünf Minuten Aufschub. Dann versuchte sie wieder uns aus dem Bett zu holen, in dem sie an den Fingern zieht, Schmollmund macht und notfalls auf Befehl weint. Nun, da hat es dann funktioniert und wir sind aufgestanden…

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