Monat: Oktober 2014

 

Andy auf Geschäftsreise

Dialog am Abendbrottisch:
Isabel: „Mama, vermisst du den Papa auch so wie ich?“
Conny: „Ja mein Schatz. Das tue ich.“
Isabel: „Mama, sagst du das dem Papa wenn er wieder da ist?“
Conny: „Ja mein Schatz, das mache ich.“

Schlafknopf

Kinder haben einen Schlafknopf. Ganz bestimmt. Zumindest dachte ich das heute früh. Ich bin aus dem Schlaf hoch geschreckt, weil Joshua knatschte. Ich muss wohl davon geträumt haben, aber ich war in diesem Augenblick 100% davon überzeugt. Kinder haben einen Schlafknopf und nur ich kann den bedienen. Ich weiß jetzt wie das geht.

Folgerichtig setzte ich mich hin. Conny hatte Joshua auch gehört und war schon wach. „Was willst Du denn machen?“

Ich antwortete voller Zuversicht „Mich um Joshua kümmern“. „Gut. Dann brauche ich das nicht. Ich habe ihn um 3:00h gestillt“

Mittlerweile war ich wieder umgefallen und fast eingeschlafen. „Andy“ sagte sie und rüttelte. Ich stand auf und ging zum Joshua. Schnell wurde mir klar. Es gibt keinen Schlafknopf. Verdammt, wäre aber eine gute Idee. Na gut, dann muss ich das mit konventionellen Mitteln erledigen. Ich nahm den kleinen Mann hoch und kuschelte ihn an mich. Er war nicht richtig wach. Er knatterte nur ein bischen.

Wie spät war es eigentlich? 4:45h. Wie war das mit der Zeitumstellung am Wochenende? Wieviel war es jetzt für ihn gefühlt? Naja, egal. Es muss einfach noch zu früh sein. Nicht daß er schon seine Spielstunde haben will. Dann muss ich ja auf der Couch weiterschlafen. Nä, muss nicht sein. Alsooo 4:45 entspricht 5:45h. Das geht noch.  Also den kleinen Mann auf den Arm und spazieren gehen. Den Flur auf und ab und schaukeln.

Joshua ist da ganz anders als seine Schwester. Ihr hatte ich in diesem Alter schon tausend Lieder vorgesungen und sie unzählige Male im Schlafzimmer in den Schlaf gewiegt. Damals bin ich fast jede Nacht am Fußende eingeschlafen, eine Hand im Wagen zum Streicheln und eine am Wagen zum Schaukeln. Mit vier Monaten haben wir sie schon in das Kinderzimmer geschoben. Das alles passiert mit Joshua nicht. Während ich ihn herumtrug, blieb ich sogar leise. Bei ihm habe ich die Erfahrung gemacht, dass er mir aufmerksam zuhört, wenn ich beginne zu singen. Besonders wenn ich brumme. Dann fühlt er sich wohl und will antworten. Und genau das wollte ich jetzt nicht.

Jedes Kind ist anders und auf jedes Kind reagieren wir anders. Joshua hat mich schon tagsüber ein paar Mal richtig aufgeregt. Der Kleine wollte unbedingt schreien, wenn ich mal was anderes machen wollte. Mein Geduldsfaden war sehr dünn. Conny hat es auch schon bemerkt: Ich erwarte mehr von ihm. Aber das kann man ändern.  Den Kleinen so akzeptieren wie er ist. Akzeptieren, dass er unseren Tagesablauf bestimmt. Das ist so und das ist auch richtig. Das hat Isabel ja auch gemacht.

Also marschiere ich weiter durch die dunkle Wohnung. Joshua wirkt zufrieden. Ich bin es auch. Langsam fallen ihm die Augen zu. Langsam. Immer seltener gehen sie noch mal auf. Ab und zu singe ich dann ganz leise doch noch ein paar Gute-Nacht-Lieder. Nicht zu laut, damit er nicht wach wird…

Als ich ihn das erste Mal in seine Wagen zurück lege ist, es 5:25. Eine Stunde kann ich noch schlafen. Wenn alles klappt. Isabel hat heute ja frei, dann brauche ich sie nicht wegbringen. Ich lege mich hin. Zehn Minuten später ist Joshua wieder wach. Leise ist er zu hören. Ich nehme ihn auf den Arm und laufe erstmal im Zimmer hoch und runter. Wie ein Tier im Zoo, zwei Meter Auslauf. Er wird lauter. Wir gehen in den Flur. Er krümmt sich, weint, steckt die Faust in den Mund. Hat er doch Hunger. Die Lautstärke nimmt zu. Beruhigen nur schwer möglich. Für Hunger bin ich nicht zuständig. Das vermisse ich ein bisschen. Das Fläschen-Füttern, wie ich es bei Isabel machen konnte. Aber dafür kann ich ihn bei Hunger abgegeben. Conny ist schon wach, als wir ins Schlafzimmer zurückkehren. Übergabe. Während Joshua sich bei Conny in den Schlaf saugt (richtig Hunger hat er doch nicht), schlafe ich noch eine Runde. Zum Kind weglegen hat Conny mich geweckt. Sagt sie. So 100% weiß ich das gar nicht. Ist auch egal. Ein paar Minuten Schlaf habe ich noch. Aber davon habe ich dann Winterzeit eh genug.

Und auch wenn das Kind keinen Schlafknopf hat und ich keinen Durchbruch in der Kinderpflege erzielt habe. Die Zeit hat sich gelohnt. Ich bin froh aufgestanden zu sein. Die Zeit mit meinem Sohn ist unbezahlbar. Den kleinen Mann auf dem Arm herum zu tragen und zu sehen, wie er langsam im Arm einschläft ist unbezahlbar.

„Schlaf gut mein Kleiner, ich liebe Dich“

Aua

Joshua liegt auf der Couch. Conny hält ihm sein Holzspielzeug hin. Er haut dagegen, saugt mal dran und spielt was das Zeug hält. Auf einmal haut er sich das Spielzeug voll gegen die Stirn.

Ruhe tritt ein. Wir schauen was passiert, Joshua denkt kurz nach: „Ich habe da was und kann jetzt nicht weinen“

Tapfer bleibt Joshua ruhig und schaut das Spielzeug an.

Fünf bis zehn Sekunden später: „Mein Kopf tut weh. Irgendjemand muss mir das Spielzeug dagegen gehauen haben. Ich muss mal schreien“ und fängt laut an zu schreien.

Ach Du grüne Scheisse

Seit vierzehn Tagen scheisst Joshua grün. Grün und oft.

Nachdem es begann waren wir schnell beim Doktor. Doch die Symthome waren sehr allgemein. Das kann an allem liegen. Neue Enzyme, Zahnen, Entwicklungsstufen. Aber solange kein Fieber dazu kommt ist es nichts Ernstes. Das meinte auch die Hebamme. Wir waren beruhigt.

Isabel hatte das so nie gehabt. Sein Stuhlgang war wirklich schleimig grün. Aber andere Kinder im Freundeskreis hatten das auch.

Und jede Stunde setzte Joshua einen kleinen Klacks in die Windel. Genausoviel, dass man die Windel wechseln muss. Aber nie richtig viel. Bis oben vollgeschissene Windeln haben wir nicht mehr.

Dafür muss er jetzt auch nachts immer öfter gewindelt werden. Und auch oft gleich mehrmals hintereinander, weil er gleich in die neue Windel geschissen hat. Es kracht jedesmal laut. Ob es ein Pups oder ein Puff ist kann man nicht mehr riechen. Bei den kleinen Klecksen muss man hineinschauen.

Natürlich bleibt das ständige Scheissen nicht ohne Folgen. Sein Pops wird immer wieder rot. Da müssen wir gut aufpassen. Erstaunlicherweise haben beide Kinder auf eine Posalbe mit Heulen reagiert. Die haben wir jetzt aussortiert. Im Selbstversuch war nichts zu bemerken.

In Flörsheim hat Joshua auch mal die Bestände leer geschissen. Er brauchte über den Tag soviele Windeln, dass Opa Peter losfahren musste, um neue Windeln zu besorgen. Aber auch die Entsorgung ist Problem. Jeden Tag ist der Windeleimer voll.

Im übrigen werden die Puffs wieder gelber vielleicht ist es ja bald vorbei.

Während ich das schreibe, hat Joshua unter dem Gerüst gespielt. Da kam Conny und schaute mal in die Windel. Bis oben hin voll. Grün. Also musste ich mal kurz unterbrechen, die Windel wechseln und jetzt lächelt Joshua doppelt so viel.

Geschrieben aus .

Die verschwundenen Schuhe

Wir haben nicht einmal ein Bild der Schuhe. Isabel hat im Laden ein tolles Paar violetter Schuhe gefunden. Die hat sie im Kindergarten auch gleich angezogen. Doch als Conny unsere Tochter abholen wollte, waren die Schuhe weg. Verschwunden. Sie tauchten auch nicht mehr auf. Einfach weg.

Bei dem Großreinemachen des Kindergartens tauchen die Schuhe nicht auf. Auch eine Anzeige am Schwarzen Brett war vergeblich.

Wir sind aber nicht die einzigen. Auch Miguel aus Isabels-Gruppe vermisst seine Schuhe. Verschwunden sind sie während seines Urlaubes. Es geht also auch anderen so. Nun, ein bisschen Schwund ist immer. Wir vermissen auch Kuscheltiere, Pferde, und anderes Spielzeug.

Kommunikations-Schwierigkeiten

Manchmal sprechen Mutter und Tochter eine unterschiedliche Sprache. Dabei kann es auch zu Endlosschleifen kommen.

Conny: „Wir bauen dann demnächst mal Dein Trampolin wieder auf.“
Isabel:  „und den Brunnen“
Conny: „welchen Brunnen?“
Isabel:  „Meinen Brunnen“
Conny: „“Welchen Brunnen. Wir haben doch keinen“
Isabel:  „Doch den Brunnen“
Conny: „Welchen Brunnen denn?
Isabel:  „Na meinen Brunnen“
Conny: „Meinst Du das Trampolin?“
Isabel:  „Nein, den Brunnen“
Conny: „Wir haben doch keinen Brunnen. Was meinst Du denn?“
Isabel:  „Na meinen Brunnen“

Die zwei hätten noch ewig weitergemacht und sich beide aufgeregt.

Andy: „Isabel, beschreib doch mal den Brunnen“
Isabel: „Na den blauen runden Brunnen“
Conny: „Meinst du den Pool? Das Planschbecken?“
Isabel: „Ja das meine ich. Den Brunnen.“

Mal abgesehen davon dass wir Herbst haben und den Brunnen so schnell nicht wieder aufbauen werden (wir haben ihn immer hin wiedergefunden, nachdem wir ihn beim Geburtstag nicht gefunden hatten), waren alle wieder zufrieden.

 

Hänsel & Gretel – Isabels Variante

Isabel hat zusammen mit Conny ihre Figuren und Knöpfe für das Märchen verwendet. Sie bauten ein Knusperhäuschen und die Reiterfiguren Tom&Mia übernahmen Hänsel & Gretel.

Tausendmal haben wir das Märchen schon erzählt und vorgelesen. Doch diesmal ging es nicht so aus wie sonst. Isabel schrieb das Ende um. Gretel ging nach Hause, aber Hänsel musste verbrennen.

Ob das damit zusammen hängt, dass Joshua gerade diese Tage sehr schräg drauf ist, viel schreit und weint und das auch mal 30 Minuten am Stück? Isabel erträgt das sehr tapfer, selbst wenn sie dadurch am Fernseher nichts mehr hören kann. Sie ist ja auch immer lieb zu „Ihrem“ Bruder. Aber manchmal muss der Ärger auch raus. Brennen soll Hänsel

Aber Papa geht nicht

Am Sonntag waren wir bei Ralf. Wir haben uns beim Ponyhof Schanzer in Schlangenbad getroffen. Dort durfte Isabel zwei große Runden auf den Ponys Krümel und Leica reiten. Sie hat sich gut amüsiert un der Mund stand kaum still.

Auch nicht auf der Rückfahrt nach Niederhausen. „Ist der Ralf schon weg?““Kann man das Haus schon sehen“ „Ralf hat ein schönes Auto“ „Wo wohnt er denn?“

„Ralf wohnt in Niedernhausen, das ist in den Bergen“ Ich meinte natürlich den Taunus. Doch Isabel fragte gleich: „Und der Großvater?“
„Der Großvater von Ralf? Weiß ich nicht.“
„Nein. Der Großvater wohnt doch auch in den Bergen.“
Kurzes Nachdenken bei mir: „Meinst Du den Großvater von Heidi?“
„Ja, den meine ich“
„Der wohnt in den anderen Bergen. In den richtig großen Bergen.“

Als wir dann in die Wohnung kamen, schaute sich Isabel um.
„Wo ist denn die Frau?“
Beim letzten Besuch in Ralfs Wohnung war die Steffie dargewesen. Aber wie das mit Beziehungen so ist, manchmal halten die halt nicht richtig lang. Aber wie erklärt man das seinem Kind. Conny probierte es: „Die Frau ist weg. Die kommt nicht mehr wieder. Das kommt vor, wenn man sich nicht mehr versteht.“

Bei Isabel setzte der Denkprozess an. Erstaunlicherweise hatte sie bei der Trennung von Regina nie etwas gesagt. Auch nicht als wir Regina auf dem Museumsuferfest getroffen hatten. Wahrscheinlich weil wir nie mehr dort in der Wohnung waren.

Nach einer Weile setzte sich Isabel zur Conny und fragte mit traurigen Gesicht: „Aber Papa geht nicht weg, oder?“

Mit 626 km/h in den 50er Blitzer

BlitzerVor ein paar Wochen bin ich per Flieger von Berlin heimgekommen. Im Landeanflug auf Frankfurt hatte ich mein Telefon schon an, um per GPS und Navi die Position zu bestimmen. Plötzlich piepst es wild. „Unfallschwerpunkt voraus“ Da fliegen wir doch glatt mit 626 km/h in eine 50er Zone. Und da gleich mehrfach hintereinander. Dem Pilot gehört die Lizenz entzogen.

Da ich leider damals noch nicht wusste wie eine Hardcopy auf dem Telefon mache, habe ich es jetzt einfach nochmal nachgestellt.

 

Geschrieben aus .

Steine

Isabel sammelt Steine. Immer und überall. Von schönenen Steine über normalen Kies bis hin zu Strassen-Split.

Oft finde ich in meiner Jacke oder auch Isabels Hosentasche den einen oder anderen Stein. Sie hat manche Steine gerne dabei. Die werden dann auch in den Kindergarten mitgenommen. Neulich hat sie mir einen Stein mit auf Arbeit geben. Auch im Auto sollte einer liegen bleiben. Glücksbringer.

Oder es hat damit zu tun, dass sie die Steine auch als Geldersatz verwendet.

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