Monat: Januar 2018

 

Krankenbett

Beim gemeinsamen Tollen knallt Joshua gegen die Wand. Die Backe und Augenbraue werden blau.

Isabel hat ein Krankenbett aufgebaut, hat Applejack zum Trösten geholt und hält ihm nun den Kühlakku ans Gesicht. Ausserdem tröste ihn und versucht ihn mit Späßchen aufzuheitern. Es klappt.

Joshuas Fürsorge

Die beiden Kinder spielen.

Isabel: Ich bin ein Fohlen!
Joshua: Ich bin deine Mutter!


Wir gucken den Film „Ein Bär namens Paddington“. Beide Kinder gruseln sich wegen der bösen Museums-Direktorin. Während Isabel Angst hat, dass dem Bär etwas passiert und hofft, dass die Böse gestoppt wird, ist Joshua da anders:
„Wird die Böse wieder lieb?“ So sorgt er sich um sie.

Trendsetter

Paw Patrol -Helfer auf vier Pfoten- ist zur Zeit der Renner bei der Krabbelstubengang. Auch Joshua ist ein großer Fan und selbst Isabel ist mit sechs noch davon begeistert. 

Die Paw Patrol besteht aus sechs verschiedenen Hunden, die all ihr Spezialgebiet haben. In jeder Folge müssen sie einen Auftrag erfüllen, Leute retten, Tiere finden und der Chef Ryder sucht immer die passenden Hunde aus. Ganz viele Dinge sind wiederkehrend: Der Aufbau der Folge, der Anfang, die Sprüche, die Fahrt zum Einsatz. Die Kinder erkennen das wieder und freuen sich. Sie fiebern mit den Fellfreunden mit.

Dementsprechend hoch sind Paw Patrol -Fanutensilien gehandelt. Joshua hat vier Hunde als Figuren bekommen und die sind sein ganzer Schatz.

Als er jetzt einen Schlafanzug mit PawPatrol bekam, musste er den sofort anziehen. Kein Schlafanzug zu groß, kein Joshua zu klein: Paw Patrol ist Mein!

Paw Patrol 

 

Schauspieler

Beim Einsteigen in den Fahrstuhl mit Kinderwagen, Laufrädchen und Roller wird es eng. Joshua bekommt einen Schubser, geht halb zu Boden und fängt an zu Weinen.

Wir kümmern uns um ihn, helfen ihm wieder hoch. Da dreht er sich um und grinst:

War nur ein Spaß!

 

Ein guter Tropfen

Vor einigen Wochen bin ich in den Keller gestürmt und habe eine Flasche Rotwein gesucht. Unser Weinkeller ist ordentlich gefüllt, auch wenn die Weine von unserem Hauswinzer Rudolph Fauth bereits aufgebraucht sind. Allerdings ist ein Sammelsurium von einzeln gekauften Flaschen, übrig gebliebenen Flaschen und auch geschenkten Flaschen. Ich schnappte mir eine. Ein Pfälzer Rotwein vom Weingut Rings. Ein Cuvée namens „Kreuz“ von 2011. Zur Kontrolle überprüfte ich sie mit dem Vivino App Scanner. Klang gut. Gesamtnote 3,8 von 5 war auch gut. Da blieb mein Blick auf dem Preis hängen: 40€? 

Ich schaute mir die Flasche genauer an. Zu 100% war ich mir nicht mehr sicher, wie diese Flasche es in mein Weinregal geschafft hatte. Ich habe ja Antje Hentschel im Verdacht, denn die Flasche kam wahrscheinlich über die Präsentkörbe von meinem 50. Geburtstag. Über die Herkunft war ich unsicher, aber eins stand fest: Für ein 40€ Euro Rotwein war sie frisch aus dem Keller zu kalt. Also suchte ich mir für diesen Tag eine andere Flasche aus. Das Kreuz 2011 blieb erstmal im Keller.

Nachdem alle Internet-Quellen den Preis bestätigt hatte und meine Verwunderung über einen 40€ Rotwein aus der Pfalz abgeklungen war, kam er dieses Wochenende nun auf den Tisch. Ralf und Liane waren zu Besuch und es gab Rouladen mit Klösse und Rotkraut. Dazu sollte er sehr gut passen. Und die passende Temperatur hatte er nun auch.

Der Geschmack entsprach auch den Bewertungen. Die St Laurent Traube sorgt für einen frischen Beaujolais-Geschmack. Oder wie es das Internet sagte:

Intensives purpurnes Rot fließt ins Glas und verströmt verlockende Aromen von reifen, dunklen Beeren wie Brombeeren, Heidelbeeren und Cassis. Die Töne schwarzer Früchte bauen sich am Gaumen aus und werden begleitete von einer gewissen Würze, feiner dunkler Schokolade und Tabak. Ein fruchtig opulenter Körper, der dicht und füllig hochrangingen Trinkgenuss bietet. Der Nachhall ist begleitet von großer Fruchtigkeit komplex und wunderbar lang. So dass der Genießer jeden Schluck mit einem erinnerungswürdigen Finale ausklingen lassen kann. 

Allerdings bin ich kein Wein-Experte. Ich kann den Wert und die Qualität nur schwer bemessen. Beim Trinken dachte ich mir noch: „Ja ganz nett, kann man trinken“

Das der Wein wirklich gut war, merkte ich erst später am Abend, als ich noch einen Schluck vom offenen Merlot aus dem Trentino nahm. Der kostet nur 3,95 € und man bemerkte den deutlichen Unterschied sofort. Zu einem Speck und Käse passt der Merlot gut, aber mit  einen richtigen Wein kann er halt nicht konkurrieren. 

Also für den guten Genuss: Vielen Dankt Antje!

Like a bat out of bed

Plums. Im Kinderzimmer hat es einen lauten Knall gegeben, der direkt in ein Kinderheulen überging.

Wir stürmen in das Kinderzimmer, in dem unsere Kinder eigentlich ruhig einschlafen sollten. Isabel liegt am Boden und weint. Sie ist aus dem Bett gefallen und auf dem Gesicht gelandet. Zum Glück hat sie sich abgefangen und die Schaumstoffmatten haben den Sturz gedämpft.

„Wie konnte das passieren“ fragt Conny beim Trösten. Isabel erzählt uns, dass sie einfach rausgerutscht wäre beim Einschlafen. 

Leise frage ich Joshua, wie es passiert ist: „Isabel hat Fledermaus gespielt!“

Und als Fledermaus hat sie den Halt verloren und ist aus dem Bett gefallen.

Like a bat out off bed!

Am nächsten Abend sage ich ihr: Aber nicht wieder Fledermaus spielen. Sie schaut mich unschuldig an.“Du hast gestern Fledermaus gespielt und bist rausgefallen.“ Und als sie zögert, setze ich drauf. „Ich weiß alles!“, Erst da gibt sie es zu. 

Gundhof

Wo unsere Kinder ihre Jugend verbringen.

Im Gundhof sind wir regelmäßig zu Gast. Der Biergarten ist ein Ort zum Wohlfühlen und ein Spielplatz ist auch mitten drin. Also auch für unsere Kinder ein Traum. Und das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Der Wald, der Bach und der große Spielplatz neben dran wird auch in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass wir unser Gundhofbier in Ruhe trinken können.

Wenn ich mir das Bild von Isabel mit dem Spielplatz anschaue, dann habe ich schon dass Gefühl, dass sie sich im Gundhof auch wohl fühlt. Jetzt waren wir zum ersten Mal sogar im Winter da und auch drinnen ist es sehr schön.

 

 

Manche Informationen verlieren ihren Wert

Diese Listen habe ich in meinen Notizen gefunden. Ich glaube nicht, dass ich die so schnell wieder brauche.

Kreissaal

  • Langes tshirt
  • Musik
  • Foto
  • Waschlappen
  • Kleingeld
  • Schlüpfschuhe
  • Socken
  • Trinken
  • Essen
  • Zeug für Andy

Kinderpflege

  • Õkotest jahrbuch kinder
  • Pflanzliche oele mandel olive
  • Zinksalbe statt penaten
  • Waermelampe
  • Thermoskanne waschlappen und feuchttuecher
  • 37 grad badewasser
  • Muetzchen auch bei 30 grad
  • Schlafdecke wolle
  • Kleenex
  • Kirschkernkissen
  • 3 Wochen kein Schnuller beim stillen
  • Lanolin oder vertrocknete muttermilch gegen wunde warzen

Drache oder Dino

Manchmal ist das so ganz schön schwer. So ein Spielzeugdrache sieht aus wie ein Dino. Und umgekehrt. Da kommt man manchmal auch durcheinander. Das ging wohl nicht nur mir so, sondern auch früheren Wissenschaftlern. 

Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die neue Wissenschaft der Paläontologie die Saurier entdeckte, erhielt der Drachenmythos eine neue Facette.

……Während die Paläontologie also dazu beitrug, den Drachenglauben zu festigen und in die Moderne zu übertragen, wirkte der alte Mythos auch in die umgekehrte Richtung.

…. Die frühen Modelle und Illustrationen der Saurier, allen voran die populären Darstellungen des Briten Benjamin Waterhouse Hawkins, waren ebenso wie die heutigen auf Interpretationen der Funde angewiesen, und die traditionelle Vorstellung des Drachen ging in diese Deutungen ein.

In unserem Wissen, dass es Drachen nicht gab und viel vom heutigen Drachenbild von den Dinos stammt, nehme ich das nicht so genau. Aber mein Sohn.

Papa, das ist kein Dino. Das ist ein Drache.

Oder auch umgekehrt. Er legt sehr viel Wert auf die Unterschiede und weist mich auch regelmäßig darauf hin.

Im Mittelalter sahen die Drachen noch eher aus wie Mischungen aus Schlangen, Löwen, Adler und Krokodil. Aber trotzdem ist es erstaunlich, dass Kulturen auf der ganzen Welt (China, Südamerika, Europa) ein Drachenbild entwickelt haben, dass sich nicht nur untereinander ähnlich sah, sondern auch schon früher zumindest eine ferne Verwandschaft mit den Dinos aufwies. Und nur das Krokodil ist wirklich ein Überlebender dieser Zeit und gibt ein ungefähres Bild der Dinos ab.

Ahnen – Mehr als nur Namen

Es ist ein Privileg des Alters, dass man sich um solche Themen Gedanken machen darf. Früher hat mich das nicht interessiert. Ich habe es aber auch wohl nie richtig verstanden.

Die Menschen stammen vom Affen ab!

Das klingt trivial. Jeder sagt das so einfach vor sich hin. Das bedeutet aber auch:

Von dem Tag an, als sich ein Kind auf die Welt kam, dass sich von seinen affenartigen Eltern so unterschied, dass es als erster Mensch gelten kann, bis heute gibt es eine Kette von meinen Vorfahren, die nie unterbrochen wurde. Es folgte Kind auf Kind. Generation auf Generation. Jedes Kind kam erfolgreich auf die Welt, wuchs auf, überlebte die Kindheit, fand einen Partner, sie wurden Eltern und brachten ein neues Kind auf die Welt. Generation für Generation. Und jede war zumindest so erfolgreich, dass sie das Leben weitergab, den „Circle of Life“ ungebrochen hielt. Und das war dann nur ein Strang meiner Ahnen. Den ich habe ja zwei Eltern, die beide jeweils Vorfahren haben. Und diese wieder und wieder. Im Mittelalter lebten tausende Menschen ihr Leben und ihre Fortpflanzung erfolgreich. Hätte es einer nicht geschafft (und wie viele sind dem Tod wohl schon von der Schippe gesprungen), dann würde es mich so nicht geben. Und damit auch nicht meine Kinder.

Die Geschichte war immer so ein lebloses Aufzählung von Fakten. Aber meine Vorfahren waren mehr als zahlreich in dieser Geschichte vertreten. Je weiter wir zurück gehen, um so mehr waren es. Und bestimmt auch viel weiter über die Welt verstreut als man annimmt. Sie erlebten den Untergang des römischen Reiches, die Entstehung des Christentum, bestimmt auch das ägyptische Reich, die Bronzezeit und auch die Steinzeit. Meine Vorfahren waren immer da. Und nicht nur einer. So gewinnt Geschichte an Bedeutung.

Vor 250 Jahren hatte ich schon 2046 Vorfahren. Das sagt zumindest die Mathematik. Und mit jeder Generation verdoppelt sich das. Wenn dem so wäre, kommen wir auf dem Zeitstrahl rückwärts schnell an den Punkt, an dem alle Menschen auf der Welt meine Vorfahren sein müssten. Wenn denn die Erdbewohner überhaupt reichen würden. Aber dafür haben die Statistiker den Ahnenschwund gefunden. Einige nennen es boshafter weise auch Inzucht. Manchmal haben Partner gemeinsame entfernte Vorfahren. Und dann reduziert sich zwar die  Zahl gleichzeitig lebenden Vorfahren. Aber die Kette zurück bis an die Anfänge der Zeit ist deshalb nicht unterbrochen. 

Die Überlegungen zu den Ahnen haben erst mit den Kindern richtig angefangen. Aber für Conny und mich gab es schon einen Punkt im Leben, an dem die Kette der Vorfahren uns beeindruckt hat. In dem Film „Enemy mine“ wird am Ende der Drac Zammie in die Gemeinschaft aufgenommen und kann seine Vorfahren in einer Reihe benennen. Gänsehaut pur.

Bei uns scheitert das schon sehr schnell. Klar, meine Eltern und meine Großeltern kann ich benennen. Aber dann hört es schon auf. Meinen Urgroßvater väterlicherseits Johann Gebek habe ich schon mal auf einem Foto gesehen. Mehr nicht. Erzählt hat mein Papa nicht viel und fragen kann ich ihn nicht mehr. Von meiner Oma geborene van Nispen kann ich über Urkunden bis ins Jahr 1865 zurück. Zumindest teilweise kann man dort Namen aufzählen. Aber ein Leben war doch mehr als nur Name, Geburtstag und Sterbedatum. Das waren Menschen mit Gefühlen, Geschichten, Ideen und Träumen. Gute oder schlechte, böse oder liebe. Ich kann nichts über sie sagen. Gar nichts. Und das macht mich traurig. Ich will viel mehr über sie wissen. Was sie dachten, was sie wollten. Wie sie es geschafft haben den „Circle of Life“ zu erhalten und weiter zu führen. Welche Anstrengungen sie dafür auf sich genommen haben. Bei meinen Omas und dem zweiten Weltkrieg kann ich mir das noch ungefähr vorstellen. Aber wie war das davor?

Ich bin diesen Menschen, meiner Familie,  sehr dankbar, dass sie da waren und es geschafft haben. Sonst wäre ich nicht. Sonst wären meine Kinder nicht. Meine Kinder sind ein Ergebnis der Wiedervereinigung, einem Wunder der Geschichte, das wir live erleben durften. Dieser Zufall, der zu ihrer Geburt geführt hat, wird nun ein Teil der Geschichte unserer Nachkommen werden. Zu der Geschichte unserer Kindeskinder und dem weiteren Nachkommen. Wohin auch immer sich die Menschheit entwickeln wird.

P.S.: Die Geschichte unserer Vorfahren, unseres „Circle of Life“ beginnt übrigens nicht mit der Geburt des ersten Menschen. Auch die Affen, die affenähnlichen Säugetiere, der Mäuse, die den Untergang der Dinos überlebt haben über die Fische im urzeitlichen Meer bis hin zu den ersten Einzellern geht unsere persönliche Geschichte des Lebens. Und jedes Wesen hat überlebt und sich vermehrt. Millionen von erfolgreichen Einzellern haben mich möglich gemacht. Unglaublich……

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