Monat: Oktober 2015

 

Wir sind bereit

  Halloween kann kommen..

Rumms

Während ich in Berlin bin, will Conny mit den Kindern das schöne Wetter ausnutzen. Also geht es runter auf die Spielstrasse. Isabel übt mit ihrem Laufrad, dass ja einen neuen Schlauch hat und nun wieder funktioniert. Joshua bekommt das rote Bobbycar, mit dem er schon regelmäßig durch den Hausflur tobt. In der Hektik hat sie die Helme für die beiden Kleinen vergessen.

Auf der Strasse freuen sie sich. bei Isbel klemmt das Schutzblech. „Mama kannst du helfen“ Na sicher kann das Conny. Sie schaut sich das Rad an. Es läuft etwas unrund. „Hm man muss das Schutzblech etwas höher machen. Der Papa kann das“.

In diesem Moment erschreckt sie ein Geräusch.

Ratter, Ratter, ratter, RUUUUMMMSSS. Totenstille.

Conny dreht sich um. Die Strasse ist leer. Komplett leer. Eben war da noch der Joshua. Die Garageneinfahrt. Sie ist nicht einsehbar. Der Schreck fährt ihr in die Glieder. Sie lässt alles Stehen und Liegen und läuft los. Immer noch kein Geräusch. „Hätte ich doch an den Helm gedacht“ denkt sie sich noch. Langsam kommt sie über die Kuppe. Ja da steht das Bobby-Car. Direkt vor dem Garagentor. Und Joshua? Der sitzt immer noch darauf. Er schaut Conny entgeistert an. „Nichts passiert“ hofft Conny. Dann beginnt Joshua aus vollem Hals zu Lachen. „Ja, das hat Spass gemacht“. Er würde bestimmt nochmal fahren, wenn er dürfte. Ein Junge halt.

Aber die Garage runter darf er nicht nochmal. Nur den Graben hinunter ist erlaubt. Nachdem Izzie sieht dass es geht fährt sie auch in den Graben. Sie hat im Gegensatz zu Ihrem Bruder eine sehr gesunde Risikoabschätzung. Schon immer gehabt. Mädchen halt.

Auto – vom Pech verfolgt

„Der war doch noch so neu!“

Isabel stand weinend vor mir. Zusammen blickten wir auf die Frontschürze von großem Weißen, unserem Mazda 5. Conny hatte mich kurz vorher aufgeregt angerufen: „Verdammt! Ich habe die ganze Seite beim Auto kaputt gemacht. Oh Sch…!“. Es dauert ein paar Minuten bis ich sie am Telefon beruhigen konnte. Was war passiert? Also auf jeden Fall war niemand verletzt. Das war schon mal wichtig. Der Rest ist nur Geld. Zum Glück war ich schon auf dem Weg zu Ihr. So dauerte es nur 5 Minuten, bis ich den Schaden sah. Ein übersehener Stein war Schuld hatte sie gesagt und in meinem Kopf entstand das Bild eines Kratzers über die gesamte Länge des Autos. Plus kaputte Scheinwerfer.

Aber zum Glück war nichts davon wahr. Conny hatte sich beim Rückwärtsfahren mit der Schürze am Radkasten an einen flachen Stein eingehakt und die gesamte Schürze stand jetzt ab. Eine Aufhängung war abgebrochen und die Schürze verbogen.

Während Conny zum Zahnarzt fuhr (wie sie es vorgehabt hatte) fuhr ich zur Autowerkstatt. Das kann man leicht reparieren. Jetzt ging das Logikspiel los. Ich wollte am nächsten nach Berlin fahren. Conny brauchte ein Auto. Das alte ging nicht mehr. Zum Glück hat die Werkstatt einen Mietwagen. Wie bekommen wir Conny zu diesem? Ich durfte  ihn nicht mitnehmen, weil der Fahrer seinen Führerschein vorlegen muss. Wie die Kinder in die Kita und den nach Hause? Wann welchen Sitz einbauen, ausbauen, umbauen…. Heute Abend? Morgen früh? Aber wir haben alles hinbekommen.

Am nächsten Tag hat Conny mittags ihr Auto heil wiederbekommen. Nur knapp 150 € und die bereits vorher bestellten Winterreifen waren auch schon montiert. Hat alles gut geklappt. Isabel stand staunend vor dem Auto: „Man sieht den Kratzer ja gar nicht mehr.“

Alles gut kann man denken. Aber kurz darauf ging ich auf die Fahrt nach Berlin. Auf zum German Bowl. Die ersten Kilometer bis Kirchheim gingen sehr zäh vorwärts. Zeitlich war ich schon im Verzug. Nach Eisenach konnte ich den Wagen mal wieder laufen lassen. Hinter Weimar dann der Schock. Die Motorlampe blinkte  erst orange und nach wenigen Sekunden leuchtete sie konstant. Rüber auf die rechte Spur war die erste Reaktion. Der Motor lief wohl noch, aber ich gab kein Gas mehr. Da ich über die Steigung nicht mehr hinweg kam stoppte ich an einer Notrufsäule. Es war kurz nach acht und stockdunkel. Warnblinker an. Motor nochmal testen. Lief, aber irgendwas stimmte nicht. Also Handy schnappen, Warnweste anziehen und raus. Warndreieck aufstellen und ADAC anrufen. Hätte ich doch den ACE genommen, da bin ich mit Conny mitversichert. Die ADAC Hotline nahm den Fall entgegen: „In 30 Minuten ist jemand da.“

Der Windschutz an der Notrufsäule bot etwas Schutz gegen den Fahrtwind. Es war schon verdammt kalt, knapp über Null. Da kommt man mit Büroschuhen und kurzen Hemd nicht weit. Also erstmal umziehen. Mittlerweile hatte sich der ADAC auf sächsisch gemeldet: „Wir sind noch in Jena unterwegs. Das dauert 90-120 Minuten.“ Na super. Also warten. Es dauerte sehr lang. Dank iPhone hatte ich zumindest etwas Abwechslung im Dunkeln. Wenigstens war es trocken. Zu Abend hatte ich auch noch nichts gegessen. Wie es weitergeht? Abwarten.

Der Abschleppwagen kam. Unter die Motorhaube schaute er nicht einmal. Gleich Aufladen und ab zum Händler. „Sie sind nur Basiskunde. Mehr als Abschleppen zum Händler gibt es nicht.“ Die Freundlichkeit in Person. „Haben die am Samstag auf?“ „Ja sicher“

Ok. Ich begann mich darauf vorzubereiten in Weimar zu übernachten. Vielleicht kann man sich ja was Ansehen. Weimar kenne ich ja nicht.

Also begann ich nach Hotels zu surfen. Der Fahrer wusste nicht, ob es in der Nähe Hotels gab. Das Internet zeigte auch nicht viele freie Zimmer an. „Wir haben Zwiebelmarkt. Da gibt es keine freien Zimmer“ Danke, der machte mir echt Spass.

Beim Opel-Händler angekommen machte mir das Schild „24 Stunden-Service“ Hoffnung. Die ersten Mechaniker machten mir nicht viel Hoffnung. Zuerst wollten sie die Papiere. Aber die lagen Zuhause. Conny schickte sie mir als Foto über Whatsapp. Was für eine Welt.

Zumindest kümmerten sie sich um ein Hotel. Das Ibis lag in der Nähe. Er wählte für mich, aber ich bekam nur den Anrufbeantworter. Die Rezeption ist nur bis 22:00 Uhr besetzt und wir hatten es 22:01h. Verdammt, das ist wirklich mein Tag…

Die Mechaniker waren nur noch da, weil am Samstag eine große Reifenwechsel-Aktion angekündigt war und deshalb alle Reparaturen am Vorabend fertig gemacht werden sollen. Also ob sie morgen dazu kommen würden können sie nicht sagen. Aber schauen werden sie. Wenn die Teile da sind, kann das Auto Montag fertig sein. Fehlen die teile, dann frühstens Dienstag.

Na super, als morgen heimfahren und die Woche wiederkommen?

Mittlerweile war auch der Service-Mensch wieder da. „Ob ich einen Mietwagen haben wolle?“ „Was kostet das denn“ Und los ging die Rechnerei. Pro Tag 35€m aber nur 200km frei. Extra-Kilometer kosten 0,35€. Das summiert sich auf dem Weg nach Berlin. Aber man könne den zweiten Tag auch mit 1000 km für 68€ nehmen. Dann macht es 106 €. Das passt. Also Wagen ausstellen, alles umpacken und los.

Die weitere Reise verlief glatt. Nachts um drei lag ich dann in meinem Hotelbett in Berlin. Doch wie geht es weiter? Was kostet der Spass? Muss ich am Sonntag per Zug nach Hause und das Auto später holen? Beim ACE wären einige der Leistungen übrigens im Angebot mit enthalten. Nur beim ADAC nicht.

Am Samstag dann der erlösende Anruf. Das Auto ist fertig. Der Haken, der die Bewegung der Nockenwelle an die Ventile weitergibt, war am Zylinder eins abgerutscht. Material und Arbeitszeit kostet  der Spass 280€. Glück gehabt. Alles weiter verlief glatt. Auch der zweimalige Versuch zu Kuppeln endet bei der Automatik nur mit einer folgenlosen Vollbremsung. Im Ganzen war der kleine fabrikneue Opel Adam ganz nett.

Zurück nach Weimar. Auto tauschen und ab nach Hause.

„Pechsträhne beendet“ beschlossen wir abends gemeinsam. Zweimal mit blauen Auge davon gekommen.

Doch die Abenteuer gingen weiter. Am Dienstag holte ich Isabel bei meinen Eltern ab. Ich war schon vorgewarnt. Sie kränkelte. Wie ein kleines Häufchen lag sie auf der Couch. Ich trug sie zum Auto und wir fuhren heim. Weit kamen wir nicht. Auf der Bürgermeister-Lauck-Strasse klagte Isabel über Magenschmerzen. „Musst Du spucken?“ „Nein Papa“.

Wir kamen gerade bis um die Ecke. „Papa, ich muss spucken“. Und da kam es schon. Ein großer breiter Strahl. Endlos. Ich hielt die Hand hin, aber hatte nichts zum Auffangen. Und so ging der zweite Strahl genau den gleichen Weg. genauso der Dritte und der Rest. Unter der Opelbrück konnte ich anhalten. Izzie war völlig fertig. Von oben bis unten bespuckt holte ich sie erstmal raus. Vor Schreck konnte sie nicht einmal mehr reden, sondern stammelte nur. Ich rief kurz meine Eltern an und bat um Verstärkung und machte mich an die Schadenbeseitigung. Alles auf dem Beifahrersitz, den Fussraum war voll. Ausserdem meine Jacke, alles was ich angepackt hatte, alles….

Aber Stück für Stück begann ich alles zu reinigen. Isabel setzte ich halb gesäubert ins Auto mit der Decke. Meine Eltern kamen mit zusätzlichen Tüchern, Klamotten für Izzie und was man so braucht. Sie nahmen  Izzie auch mit nach Walldorf. Der Abend endete in einer Putzaktion. Zuerst vor Ort das Auto inkl Kindersitz und alles andere, dann zuhause das Kind und anschliessend Klamotten, Taschen und wieder das Auto.

Irgendwie war das keine gute Woche für unsere Autos…..

Geschrieben aus .

Fragen über Fragen

Heute beim Mittagessen war Isabel sehr neugierig. Es fing an mit der Frage:

„Papa, wie werden Menschen gebaut?“

„Meinst Du wie sie geboren werden? Wie sie aus dem Bauch herauskommen oder wie sie herein kommen?“

Sie wollte wissen, wie Kinder geboren werden. Also erzählte ich ihr das in einfachen Worten. Das Knd wird größer, will raus, drückt sich  raus aus der Mumu und die Mama drückt mit. Das hatte sie von der Mama schon mal gehört und wußte nun schon, dass Kinder nicht durch den Bauchnabel kommen.

„Und wie kommen sie in den Bauch?“

Nun gut, auch das lässt sich kindergerecht erzählen. Eizelle, Mama, Papa, Liebe, Pullermann, Samen -> Fertig. Kind wächst heran.

„Und wie wurden die Menschen gebaut?“

„Meinst Du wo die Menschen überhaupt herkommen?“ „Ja!“

Also gut. Kurz abgewägt zwischen biblischer Gründungsgeschichte und Evolution. Letztere hat gewonnen. Kinder sind immer etwas anders als ihre Eltern. Ich bin bin viel größer als meine Eltern. Das hat sie schnell eingesehen. Und so verändern sich die Menschen jedesmal ein bisschen, wenn neue Kinder auf die Welt kommen. Früher haben wir ganz anders ausgesehen. Mehr so wie die Affen. Isabel schaut ein bisschen ungläubig. Aber sie akzeptiert es.

Sie lehnt sich zurück und meint ganz trocken:

„Papa, Du darfst mir auch eine schwere Frage stellen…“

P.S. Ich habe mir erklären lassen wie Bäume entstehen

Zeitvertreib

Isabel ist krank und wir spielen Pferde.

Hier alle Namen, für die, die mitspielen wollen:

Geschrieben aus .

Glory Days

Es gibt auch heute noch mehr als nur gestern.

Als ich mit Ralf in der Scheuer war und mir die gute Coverband Bosstime anschaute, da spielten sie auch das Lied „Glory Days“.

Ich finde das Lied wirklich gut. Aber es war schon damals für mich der Inbegriff des „Nicht mehr Lebens“. Wenn ich mir nur noch an die glorreichen Tage von früher erinnere und nichts mehr von heute habe, dann lebe ich nicht mehr im Jetzt.

Wer nur von früher erzählen kann tut mir leid. So Glory waren die Tage auch nicht, wie sie heute erscheinen und egal wie gut sie waren, sie können nicht alles gewesen sein.

Und ich stelle fest: Ich habe ein Heute und Hier. Mein Leben spielt in der Gegenwart. Mein Leben ist meine Familie und die wird von den beiden Kleinen bestimmt. Ja klar, die glorreichen Fotoball Tage sind vorbei. Das ist schade. Und wenn wir uns treffen, dann erzählen wir auch mal von damals. Das gehört dazu. Aber wenn mich jemand nach meinem Leben fragt, dann sind das nicht die Zeiten in der GFL. Dann sind das nicht die Erfolge und Siege im Football. Früher war das für eine Zeit mein Leben und ich konnte mir nichts anderes vorstellen. Aber meine glorreichen Tage mit vielen neuen Erfahrungen und Erlebnissen sind hier, Heute und Jetzt. Und das ist gut so. Lassen wir die alten Tage hochleben. Erinnern wir uns daran. Ja, wir lassen sie auch mal hochleben. Aber das Leben ist heute. Und ich möchte es nicht Eintauschen…

Zeit für den Sandmann

  

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