Tag gegen rechts

Heute ist wieder ein Tag gegen Rechts. So wie jeder Tag sein müsste. In Erinnerung an unaussprechliche Verbrechen mit dem Willen zu sagen: NIE WIEDER.

Heute vor 80 Jahren tagte die Wannsee-Konferenz. Ein Tag des Schams, der zeigt, wie menschenverachtend Bürokraten sein können. Nicht einmal angetrieben von Hass, sondern von Karrieregeilheit und Führer-Hörigkeit planen die Männer den organisierten Massenmord. Einmalig in der Weltgeschichte. Bis heute, wie die Moderation mahnend hinzufügte.

Wannseekonferenz – Wikipedia

Auf den Tag dreißig Jahre später waren die Nazis nicht aus dem System der Bundesrepublik Deutschland verschwunden. Sie hielten sich hartnäckig über die Jahre, fest etabliert in dem neuen Staat. Die Seilschaften funktionierten auch nach Jahren. Ich war komplett überrascht, als ich feststellte wie viele alte Nazis noch immer an der Macht waren. Für mich als Teenager war das Dritte Reich eine Geschichte aus lange vergangen Tagen. Wie konnten diese Personen noch in meinem Deutschland aktiv sein. Aber sie waren da, der Mief war noch da, es dauerte noch, bis sich unsere Gesellschaft befreite. Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, Freiheit brauchten ihre Zeit. Der Radikalenerlass war die Reaktion der Konservativen auf ihre Angst vor der neuen Welt. Die Weltanschauungen von „Linken“, die damals verfolgt wurde, geht heute als konservative Mittelschicht durch. Die Zeiten haben sich geändert. Heute, fünfzig Jahre später, sind die alten Nazis aus dem System verschwunden. Die Neuen warten darauf, an die Macht zu kommen und gehen „Spazieren“ gegen Corona. Wachsam bleiben.

Radikalenerlass – Wikipedia

Ausgerechnet an einem solchen Tag stirbt Hardy Krüger. Er, der selber in NS Propaganda-Filmen spielte, erkannte schon während des Krieges die Verbrechen. Er half Juden auf der Flucht, weigerte sich zu im Krieg zu Töten und kämpfte sein leben lang gegen den Rechtsradikalismus. Er wurde international ein Symbol für die Deutschen, die erkannt hatten, welche Verbrechen Deutschland begangen hatte.

Seit es wieder Hakenkreuze gab, 1957 an die Synagoge von Köln geschmiert, gibt es in Krüger einen tief empfundenen Zorn auf jeden, der Nazi war, oder Nazi ist. Leute, die „den Führer“ glorifizieren wollen, sind seine Feinde. Erbost greift er jeden an, der vergessen zu machen sucht, dass dieser „österreichische Größenwahnsinnige und seine Verbrecherbande“ mehr als 70 Millionen Menschen auf das  Gewissen von uns Deutschen geladen haben, Menschen, die in diesem grausamsten aller Kriege ihr Leben lassen mussten, und er wird nicht müde, seine Landsleute an „die Heimat in Ruinen“ zu erinnern, die uns von den „Massenmördern des Dritten Reiches als Erbe hinterlassen wurde“Krüger sagt, dass ihm der Einzug der NPD in zwei unserer Landesparlamente, und in eine Reihe von Stadtparlamenten ebenso, unbegreiflich ist. Im Kampf gegen die Unverbesserlichen fordert er seine Landsleute in Büchern, Talk-shows und bei Lesungen immer wieder auf, „die Nachfolgever-brecher der Hitlerbande“ aus unseren Parlamenten rauszuwählen.

Das Erstarken der Neonazis in Frankreich, England, Italien, Belgien, den Niederlanden und in Skandinavien sieht er mit gleicher Sorge an. Größer aber noch ist sein Erschrecken über Vorgänge im eigenen Land. Über Fremdenhass, trunkenes Gegröhle, Angriffe auf Flüchtlingsheime, Aufmärsche Rechter Gewalt. Köperverletzung, über Mord.

Krüger sieht sich das nicht schweigend an. Er geht auf Tour von Stadt zu Stadt. Hält Reden. Spricht von seiner Sorge. Fordert. Warnt. In Rathäusern tut er das, in Theatern, Bücherstuben, Schulen. Wie ein jeder weiß, ist er nicht der Einzige, der mahnt. Die Zahl deutscher Protestierer gegen Nachfolgeverbrecher mit Namen NPD ist im Wachsen. Und ein jeder dieser Nazi-Gegner hofft, er wird gehört.

Quelle:Skyland Oaks, Inc.

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