Monat: November 2010

 

Danke!

An erster Stelle hier schon einmal ein Danke an unsere Eltern. Alle vier haben uns super unterstützt bei der Renovierung und dem Umzug. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir mittlerweile schon eine wohnliche Behausung haben. Auch wenn das eine oder andere noch fehlt, so können wir jetzt schon mehr als zufrieden sein.

Nur das Bad ist noch eine Baustelle. Da fehlt der Feinputz, die Duschabtrennung, die Schränke, der Spiegel und die Lampen. Immerhin haben wir Licht. Auch die Thermostate sind jetzt da. Bisher konnten wir nur ganz oder gar nicht heizen, wobei bei zwei Heizungsausfällen garnicht ungewollt oft vorkam. Aber auch ohne Heizung sank die Temperatur in der Wohnung nur um 1,5 Grad in zwei Tagen. Und das bei 5 Grad Aussentemperatur. Respekt. Die Dämmung funktioniert.

Klingelanlage, Mülltonnen, Briefkasten, Tiefgarage, Fahrradkeller, Aufzug, Solaranlage, Pflaster. Alles kam Stück für Stück in den letzten Tagen. Ein Teil des Mülls haben wir in dne Main-Taunus-Kreis exportiert. Ein paar Dinge sind noch offen wie Fernbedienung für Tiefgarage (okay, nicht so wichtig), Netzwerkdosen und Patchfeld, restliche Mülltonnen.

Gestern habe ich die Winterreifen aus der alten Wohnung geholt. War irgendwie schon komisch. Man hat sich schon ein bisschen entfremdet von dem Haus, in dem man 15 Jahre gelebt hat.

Manche Dinge passen nicht zusammen

Eine der unmöglichen Kombinationen scheint IKEA Warenausgabe,  Schreibtisch Galant und ich zu sein. Zumindest endet der Kauf immer im Chaos.

Gestern bin ich mit Conny’s Eltern los, um einen zweiten Schreibtisch für unser neues Arbeitszimmer zu kaufen. Zukünftig werden wir zwei Arbeitsplätze haben. Dafür brauchen wir als Ergänzung einen neuen Tisch, der zu meinem alten dazu passen soll. Zum Glück ändert IKEA ja die Serie nicht so schnell. Auch wenn die Füsse nicht ganz passen, so gibt es doch zumindest noch den passenden Tisch.

Wir also reingestürmt in IKEA Wallau, hoch in die Abteilung und den Tisch bestellt. Beine und Rahmen gibt es in der SB-Halle, die Tischplatte an der Warenausgabe. Wie das bei IKEA so ist, hatten wir den Wagen natürlich voll, als wir endlich im SB-Bereich ankamen. Alle Teile da (bei dem Regal hatten wir nicht so viel Glück), eingeladen und zur Kasse. Danach ab zur Warenausgabe. Das wird bestimmt schnell gehen. Nach fünf Minuten Wartezeit packe ich die alten Geschichten aus. Meinen IKEA Schreibtisch hatte ich 1995 gekauft:

Ich brauche einen neuen Schreibtisch. Mein alter Computertisch hat nicht genug Fläche zum Arbeiten. IKEA bietet tolle Tische in L-Form an. Viel Platz für gutes Geld. Aber mit 160×120 auch recht groß. Da brauche ich Hilfe bzw ein größeres Auto. Mein Papa bietet sich an, mich zu fahren. Also geht es Samstag früh zu IKEA. Wir stürmen hoch in die Büroabteilung (ähnlich wie heute) . Tisch bestellt, mit dem Zettel an der Kasse angestellt. Samstag bei Ikea heisst normal 45 Minuten Wartezeit an der Kasse. Ich habe Glück, eine Kasse aussen ist komplett frei. Schnell bezahlt und zur Warenausgabe. Hier endete die Glückssträhne. Knappe 90 Minuten später bekommen wir den Tisch. Das könnte auch schneller gehen. Während wir über den Parkplatz gehen merken wir: Die Pakete sehen aber klein aus. Wo ist die 160×120 Arbeitsplatte? Verdammt, die Bezeichung auf den Paketen passt nicht. Und nochmal verdammt: Die Papiere und Bestellung auch nicht. Der Kerl hat uns die falsche Platte auf die Bestellung gesetzt. Wir haben den Zettel nicht überprüft. Zu Blöd. Also umdrehen. Wir stellen uns am Kundendienst an. Auch hier steht schon eine gute Schlange. Naja, 45 Minuten später ist der Tisch zurückgegeben. Jetzt wieder rein und eine neue Bestellung abholen. Mittlerweile hat sich der Laden richtig gefüllt. In der Büroabteilung muss ich warten. Eine freie Kasse gibt es natürlich auch nicht mehr. Also wieder anstellen. An der Warenausgabe sage ich „Hallo“. Man erkennt uns wieder und will uns diesmal schneller helfen. Aber es hilft nichts. Mittlerweile ist es Nachmittag und wir sitzen immer noch da. Als der Tisch endlich kommt, wird alles 100% überprüft. Ja, er ist 160×120, ja die Nummer stimmt auch. Alles korrekt. Wir verstauen die Platte. Sie geht nur knapp rein. Nervenaufreibend. Das Hochtragen in den 3. Stock  ist anstrengend. Am Abend baue ich den Tisch auf. Als ich die Platte auspacke kommt der Schock. Es ist eine Platte für das L rechts statt links. Karton und Platte passen nicht zusammen. Ich gebe auf. Ende.

Am nächsten Montag hilft IKEA. Nch meinem Anruf wird die Platte abgeholt und durch eine richtige ersetzt. Die nächsten 15 Jahre macht der Schreibtisch nur Freude….

So, ich bin mit meiner Geschichte am Ende. Unseren Schreibtisch haben wir noch nicht. Mittlerweile sind alle bekannten Gesichter vom Anfang schon verschwunden und durch neue Wartende ersetzt. Herbert wird ungeduldig. Er läuft schon vor der Ausgabe auf und ab und schaut ins Lager. Kein Schreibtisch in Sicht. „Da stehen welche im Lager und arbeiten überhaupt nicht“ grummelt er vor sich hin. Ich habe mehr Geduld. Wird schon kommen. Aber ich gehe mal nachfragen. Der Mitarbeiter nimmt meinen Zettel, geht einmal um die Ecke und kommt gleich wieder: „Da muss noch was umgelagert werden. Dauert noch fünf Minuten“. Wieso habe ich nur das Gefühl, das der gar nicht wirklich nachgeschaut hat. Fünf Minuten später bringt er Gutscheine für zwei Hotdogs und ein Getränk. Conny wird sich freuen. Ich denke mir so: „Du wartest ganz schön lange für die paar Euros. Was hat der Tisch eigentlich in Summe gekostet?“ Beim Studieren des Kassenzettels finde ich den Preis für die Platte gar nicht. Nochmal in Ruhe schauen. Nee, steht nicht drauf. Den Mitarbeiter an der Ausgabe draufschauen lassen: Nein, steht wirklich nicht drauf.  Das schlechte Gewissen für die falsche Auskunft vorhin steht ihm ins Gesicht geschrieben. Verdammt, der Mitarbeiter an der Kasse hat den Beleg gar nicht mitgebucht. Ich habe ihn aber abgegeben, den der Beleg taucht nicht mehr auf. Es hilft nichts. Wie beim letzten Mal wieder rein in den Laden. Neue Bestellung, zurück an die Kasse (diesmal ist direkt eine frei) und zurück an die Warenausgabe.

Dort steht zwar ene Lieferung am Display, aber das lese ich nicht genau. So schnell können die ja nicht sein. Also hingesetzt und die Mitarbeiter genau beobachten, damit ich merke, wenn sie mich aufrufen. Nach fünf Minuten stehen zwei Typen fragend in der Gegend. Ich erkläre ihnen das System mit Kassen- und Bonnumer. Habe es ja lange genug beobachtet. K2/135 steht am Display, das bedeutet Kasse 2 und Bon 135.  In diesem Augenblick kommt Herbert vom Auto zurück. „Welche Nummer hast Du denn?“ „K2/135. Oh , das steht gerade am Display“ stelle ich fest und während ich aufstehe sagt mein mitwartender Sitznachbar: „Das steht da schon die ganze Zeit…“ Na super, dann habe ich nochmal fünf Minuten umsonst gewartet.

Lange Geschichte, aber jetzt haben wir unseren Schreibtisch. Allerdings habe ich ihn noch nicht ausgepackt. Vielleicht gibt es ja noch eine ungewollte Fortsetzung dieser Geschichte…

Status Quo

Die neue Wohnung nimmt Formen an. Seit dem 23. Oktober haben wir jetzt den Schlüssel und seitdem ist viel passiert. Von einer Baustelle hat sich unsere Wohnung Stück für Stück in ein Heim verwandelt.

Heute wird der letzte Fussboden verlegt. Damit veschwindet das letzte Stück Beton/Mauerwerk aus der Wohnung. Für die Tapeten waren meine Eltern zuständig. Ich weiß gar nicht, wie ich dafür danken soll. Wie eine Tapeziermaschine wurde Raum für Raum verwandelt. Ich kam mit dem Grundieren und Streichen kaum nach.  Einige der Tapeten konnte ich erst in letzter Sekunde besorgen, aber am Ende hat es sich gelohnt. Wir sind sehr zufrieden.

Die Küche ist auch schon eingebaut. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch. Zum Beispiel die Thermostate in den Zimmern. Auch das Bad ist noch eine Baustelle. Hier fehlt der Feinputz. Auch die die Duschabtrennung muss nochbestellt werden und die Badmöbel müssen noch ausgesucht werden. Noch , Noch, Noch..

Verdammt viele Nochs. In fünf Tagen ziehen wir bereits ein. Im restlichen Haus fehlt noch einige Nochs mehr: Tiefgarage, Aufzug, Klingel, Briefkasten, Fussweg, einige Mülltonnen, Putz im Treppenhaus, Weg, Erdarbeiten,…… Bis zum Ende des Jahres werden wir auf einer Baustelle wohnen.

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