Namen sind mehr als Schall und Rauch

Der Deal zu Beginn der Schwangerschaft war einfach:

  • Wird es ein Junge, entscheidet Conny
  • Wird es ein Mädchen, entscheidet Andy

Ab Ende Februar war dann recht sicher, was sich vorher schon abzeichnete: Unser Baby ist ein Mädchen.

Ab diesem Zeitpunkt war es nicht mehr einfach. Für mich begann jetzt eine schlimme Phase. Im Gegensatz zu Conny, die einen Jungen Namen schon seit ihrer Jugend parat hatte, wusste ich noch keinen Namen. Ich wusste nicht einmal eine Tendenz. Obwohl, ganz stimmt das so ja nicht. Ich wusste zumindest, dass der Name nicht in den Top Ten der Namensliste sein sollte. Andreas ist mehr eine Mengenbezeichnung als ein eigener Name. Das wollte ich auf jeden Fall verhindern. Also am besten nicht einmal Top 50. Aber auch nicht zu ausgefallen.

Der Name muss harmonisch mit dem Nachnamen Gebek klingen. Am besten so gut, dass unsere Tochter auch nach ihrer Hochzeit Gebek heißen will und den Namen weitergibt.

Dann muss der Name für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gut klingen. Einige Namen sind Babynamen: Fürchterlich süss, aber für erwachsene Frauen schrecklich. Für mich fällt Ronja z.B. in diese Kategorie.

Der Name sollte sich nicht direkt zum Ärgern eignen. Naomi gehört zu dieser Kategorie. „Na Du Omi“ ist schnell gefunden bei den Kleinen.

Mit dem Namen sollte man auch keine schlechten Erfahrungen verbinden. Ex-Freundinnen, ungeliebte Personen etc können den schönsten Namen verleiden. Negativ besetzte Personen haben mehr Einfluss gehabt als positive Vorbilder. Schließlich soll unsere Tochter nicht werden wie eine vorhandene Person, sondern ihren eigenen Weg und Stil finden.

Aber auch Haustiere, Kinder von Freunden, Familienmitglieder können dafür sorgen, dass einige Namen nicht mehr zur Verfügung stehen. In unserem Fall habe ich sogar ähnliche Namen und gleiche Initialen aus der Liste gestrichen. Also kein A,C,K,M,O,P oder V am Anfang des Namens.

Das schränkt schon deutlich ein. Auch der Sinn des Namen war einKriterium. Obwohl ich Andrea nicht schlecht finde, hätte ich meine Tochter nicht „Die Mannhafte“ genannt. Auch Gazelle (wenn sie nach uns kommt, wird sie eher groß und kräftig als klein und zart) muss nicht immer passen.

Da fast 90% aller Mädchen-Namen auf  „A“ enden, fand ich einen ohne „A“ schöner.

Dann kommt hinzu, dass ich einen Namen mit religösen Bezug wollte. Für mich ist unsere Tochter ein Geschenk Gottes.

Das sind ganz schön viele Einschränkungen. Zum Glück gibt es ja Internet. Hier gibt es Hitlisten mit aktuellen Namen. Teilweise mit Grafiken über Beliebtheitsverlauf seit 1900 bis heute. Und natürlich mit der Bedeutung der Namen.

Ernsthaft angefangen mit der Suche habe ich erst nachdem ich wusste, dass ich suchen muss. Also ab unserem Urlaub auf Teneriffa. Vielleicht deshalb auch der spanische Einschlag im Namen. Im Laufe derZeit haben wir uns immer wieder gemeinsam hingesetzt. Namen ausprobiert, vorgesagt, ausgetauscht.

Am Ende waren drei Namen übrig. Schließlich soll es ja vorkommen, dass man Ende das Kind im Arm hält und sagt: „Du siehst aber gar nicht aus wie eine Isabel. Zu Dir passt ein anderer Name.“ Also muss man Alternativen haben.

Wenige Tage vor der Geburt, genau genommen am 1. Juni, dem Tag an dem der Kaiserschnitt eigentlich vorgesehen war, habe ich die Reihenfolge der drei Namen in der Liste nochmals geändert. Kurz zuvor hatten wir den Zweitnamen June endgültig bei allen drei Kombinationen festgelegt. Im Auto lief die CD von Il Divo. „I believe in you“, unser Hochzeitswalzer ist mit auf der CD. Direkt im Anschluss kam „Isabel“, ein sehr emotionales, wenn auch trauriges Lied. Aber in der Kombination gab es den Ausschlag für etwas, das ich bereits seit einigen Tagen so empfand.  Das sit der richtige Name.

Nun ist unsere Tochter da und sie heißt:

ISABEL JUNE GEBEK

Was das heißt ist hier erklärt.

 

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