Monat: Februar 2016

 

Was für ein Morgen

Zuerst nahm Joshua sein Quetschobst und verteilte es auf der Couch, auf seiner Hose und seinem Pullover. Bei dem Versuch zu retten was zu retten ist verteilte sich das Quetschobst auch noch auf meinem Pullover. Ich habe geschimpft, wahrscheinlich etwas zu doll. Er wusste gar nicht was passiert. Wir haben uns umgezogen. Aber dann ging es ans frühstücken. Joshua ruft „Alla“ schüttelt seinen Milchbecher und verteilt die Milch auf dem Fussboden. Sie war natürlich nicht alle. Wieder geschimpft – nicht so doll und alles sauber gemacht. Dann ist er sein Würstchen und fängt an mit dem Teller zu spielen und schmeißt ihn plötzlich runter. Und was soll ich sagen, der unkaputtbare Kinderteller zerspringt in mehrere Teile. Langsam platzt mir der Kragen. Für Joshua ist das Frühstück zu Ende. Ich esse mein Brot weiter Joshua schmollt. Dann kommt er wieder und will auf meinem Schoss. Erst mit dem Marmeladenglas spielen und Schwupps hat er meine Kaffeetasse in der Hand um deren Inhalt über meinem Teller und den Tisch zu verteilen. Jetzt reicht es, ich räume den Tisch ab. Jetzt kann er die Wohnung weiter verwüsten. Mal sehen was der Tag noch bereit hält.

Wirtschaftswissenschaften

Im Radio hr-Info haben sie darüber richtet, dass die Marktmodelle der Wirtschaftswissenschaftler bei der Bankenkrise nicht funktioniert haben. Für eine Wissenschaft, die noch um Anerkennung ringt, ist so etwas natürlich ein Katastrophe.

Der Markt hat nicht reagiert wie erwartet. Er hat nicht logisch reagiert. Die Wirtschaftswissenschaftler scheint das zu wundern. Mich nicht. Alle Wirtschaftsmodelle haben einen Fehler. Den Menschen. Genauer gesagt den homo oeconomicus. Das ist der wirtschaftlich denkende Mensch, der Risiken gegeneinander abwiegt, einen guten Umsatz und Gewinn machen will und sich nicht durch Gefühle wie Hass oder Menschlichkeit von seinem wirtschaftlichen Denken anbringen lässt.

Doch dieser homo oeconomicus ist in der Wirtschaft eher selten zu finden. In der Realität findet man eher den homo cupidus, den gierigen Menschen.

Nur wenige Akteure in der Wirtschaft sind heute wirklich  Unternehmer. Ein Unternehmer hat normalerweise das Wohl seines Unternehmens im Sinn. Ist es mehr wert, besitzt er mehr. Verdient das Unternehmen, verdient er. Aber ist das Unternehmen weg, hat er nichts mehr. Sein Wohl und Geld ist mit dem Unternehmen verbunden. Er wird versuchen sinnvoll und überlegt vorzugehen. Zu große Risiken scheut er, er sucht die sicheren, dauerhaften Gewinne.

Der Angestellte hingegen handelt anders. Er kann das Unternehmen jederzeit wechseln. Verlässt er es rechtzeitig wie die Ratte das sinkende Schiff, dann hat er nicht zu verlieren. Sein Fokus ist gerichtet auf den kurzfristigen Gewinn. Meistens auf seinen kurzfristigen Gewinn. Er verkauft dass Produkt mit dem höchsten Bonus, nicht mit der höchsten Profitabilität. Und schon gar nicht das Beste für den Kunden. Und so wurden z.B. in der Bankwirtschaft neue Produkte geschaffen, die keiner mehr überblickte. Geschäfte werden vom Computer im Millisekunden-Bereich getätigt. Automatisch ohne Aufsicht, ohne gesunden Menschenverstand. Man schaut ja auch nur auf den Gehaltsscheck und den verstand bisher jeder noch. Je komplizierter ein Produkt ist und je besser das Risiko verdeckt wird durch mögliche Gewinne, um so eher kann man seinen Chef überzeugen, es zu kaufen. Aber auch der bezahlt es nicht mit seinem Geld, sondern sieht nur seinen Vorteil. Und das hinauf bis in die obersten Etagen. Der gierige Mensch macht was gut für ihn ist. Nicht was vernünftig, logisch, moralisch richtig, gesetzeskonform oder gut für das Unternehmen ist.

Der gierige Mensch ist in den Modellen nicht berücksichtig. Der gierige Mensch wird durch den normalen Markt und seine Regeln nicht in Schach gehalten. Er ist so nicht zu stoppen. Hier helfen nur Kontrollen, Gesetze  und Regularien. Gier ist ein wichtiger Antrieb für die Entwicklung des Menschen. Genauso wie Faulheit, Hass, Eitelkeit oder Wut. Aber man muss sie unter Kontrolle halten.

 

Wir sind mal wieder da..

 Wir sitzen mal wieder in dem Klinikum Rüsselsheim und haben viel Zeit mitgebracht. Unser Verdacht für Joshua: Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Die Diagnose wird noch zwei Stunden auf dich warten lassen.

Länger arbeiten 

 Da kommt man mal wegen Trojaner-Befall (locky) später nach Hause und dann erwartet einen so ein Bild:

 

 

 

Ich liebe meine Familie!

Ei – Arme Schwester

Wenn Isabel sich mal wieder weh tut und weint – was bei unserer Tochter sehr häufig vorkommt, wenn sie durch die Wohnung tobt – dann leidet ihr Bruder mit.

Joshua läuft durch die ganze Wohnung, bis er uns gefunden hat, sagt dann ganz ernst „Ei – Ei“ und zeigt in Richtung Isabel. Wir sollen dann mitkommen und seine Schwester verarzten. Er geht hin, streichelt über den Kopf und umarmt sie herzlich. Seiner Schwester soll es wieder gut gehen…..

Störsignale aus Walldorf

Bei meiner Recherche zum 50° Breitengrad bin ich über einen Blog aus Walldorf gestolpert.

http://stoersignale.stoer.de/

Der Autor Erich Stör ist ehemaliger Redakteur der Frankfurter Rundschau. Das merkt man, denn die Texte sind gut lesbar, unterhaltsam und vielfältig. Das geht von Lokal-Kolorit über Südtirol bis hin zu Stars, weniger Sternchen, aus der Filmwelt.

Neben Stoersignale betreibt er noch die Blogs„Stör-Bilder“, „DamalsKino“ und „Die neue Bücherkiste“. Auch sehr zu empfehlen.

Über diesen Link bin ich gestolpert: Am 50° nördlicher Breite

Dabei habe ich einen Bericht über eines meiner Lieblingsbücher gefunden:  Drei Kameraden von Remarque

Laune der Natur

Wer im Vitrolles-Ring auf den Bus wartet, schaut erstaunt auf ein Schild. In Fahrtrichtung des Busses sind es 4444km bis zum Nordpol. Nur sehr wenige haben vor soweit zu fahren. Und selbst die, die es in polare Regionen zieht, steigen am Frankfurter Flughafen um. Und das Terminal ist nur 10 km Luftlinie entfernt.

  Interessanter ist da die Gegenrichtung. Etwas weiter ist es nämlich bis zum Äquator. Ganz genau 5555 km. Aber wegen dem Wetter würden sich die meisten für diese Richtung entscheiden.

Ich bleibe vor dem Schild stehen und wundere mich. Vom Äquator bis zum Nordpol sind es genau 9999km. Ist das eine Laune der Natur?

Warum sind es nicht 9100km, 8567km oder 10401km? Wieso so eine Schnapszahl?

Ich krame in meinem Gedächnis. Ein Meter. Was war das noch mal? In Paris wurde der Meter Ende des 18. Jahrhunderts festgelegt und in Platin gegossen. Danach regelt sich alles. Aber auch die Erdgröße? Mir kommt das komisch vor.

Also fange ich an zu suchen. Der Abstand zwischen zwei Breitengraden beträgt 111 km. Schon wieder eine Schnapszahl. Macht das vielleicht Sinn. Aber 90 mal 111 km ergibt 9990 km. Das weicht um 9 km ab. Es wird immer komischer.

Wie wurde denn der Meter festgelegt? Auswendig hätte ich gesagt: Nach Normierung historischer Längemasse wie Elle, Arm, Meile. Aber Wikipedia bringt Licht ins Dunkle. Zwischen 1792 und 1799 bestimmten Delambre und Méchain die Länge der Entfernung von Dünkirchen und Barcelona aus. Der Meter wurde nämlich als ein Zehntmillionstel der Entfernung zwischen Pol und Äquator festgelegt. Obwohl die beiden sehr genau arbeiteten, kam es zu einer geringfügigen Abweichung. Die betrug zwar nur 0,02%, ist aber bei der weiten Entfernung von Bedeutung. Demnach ist die Strecke zum Pol  10 001,966 km lang. Das sind drei mehr als auf dem Schild.

Was ist denn nun richtig: 10002km, 9999km oder 9990km?

Die Lösung ist einfach: Die 111km sind gerundet. Der Abstand zwischen den Breitengraden variiert in der Realität zwischen 111,694 km am Pol und 110,574 km am Äquator. Und bei drei Kilometern Gesamtabweichung dachten sich die Schildermacher: Schnapszahlen sehen besser aus.

Das Ergebnis ist neues und aufgefrischtes Wissen bei mir. So soll es ja eigentlich auch sein. Das Schild soll anregen zum Träumen, zum Nachdenken und zum kritischen Hinterfragen von Schildern. Mission erfolgreich erfüllt. Das ist eine Menge für so ein kleines Schild.

Und wer in Zukunft bei einer Leichtathletik-Veranstaltung zuschaut sollte an die Folgen dieser Abweichung denken. Ein 10.000m Läufer müsste am Ende seines Rennens eigentlich noch 1,966 m laufen, um ins Ziel zu kommen.

Links zum Thema

 

 

 

 

Oregano

„Aber nimm nicht soviel Oregano“ ist ein geflügeltes Wort in unserer Beziehung. Ganz am Anfang der 2000er, als unsere Beziehung noch frisch war, habe ich beim Kochen einer Tomatensauce mich mal kräftig vertan. Das Oregano schmeckte fürchterlich vor. Aber erst als ich mich dafür entschuldigte, traute sich Conny überhaupt irgendwas zu sagen. „Damals war ich so unsterblich in Dich verliebt“ meint sie heute und schwört, sie hätte aus Liebe als ohne Murren aufgegessen.

Der Wechsel von „unsterblich verliebt“ auf „normal verliebt“ kann man übrigens beim Frühstück feststellen. Am Anfang unserer Beziehung bekam ich immer die Oberseite des Brötchen, wenn wir uns eins teilten. „Nein, ich mag lieber die Unterseite“ sagte sie damals und verzichtete für mich. Heute sind wir nur noch „normal verliebt“, jetzt wird das Brötchen senkrecht geteilt.

Egal wie, „Ich liebe Dich so oder so!“

Mehr Meisterwerke als Zeit

Es gibt so viele gute Bücher, Musik, Künstler, Filme….

Je älter man wird um so mehr Meisterwerke lernt man kennen, die man mal wieder geniessen will. Die Liste ist lang, aber die Zeit ist kurz.

Deswegen kennen sich alte Menschen so schlecht in der aktuellen Hitparade aus. Die ToDo Liste ist schon so lang, dass einfach die Zeit für aktuelle Highlights fehlt. Die gibt es mit Sicherheit auch in allen Kulturbereichen. Aber wir älteren kümmern uns nicht nur um die Kultur von wenigen Jahren, sondern ganzen Jahrzehnten. Und das ist sehr viel!

Und das gilt auch für Freunde, Essen, Reiseziele.

„Nicht jeder Abschied heisst, es gibt auch ein Wiedersehen“ Wolfsheim – Kein Zurück

Ich werde mir immer wieder ein Zurück auf vergangene Meisterwerke leisten. Aber ich werde nicht allen so gerecht werden wie sie es eigentlich verdient haben. Das tut mir auch leid.

Aber es gibt noch soviel zu entdecken im Heute und Jetzt. Nicht zuletzt Dank meiner Kinder…

#WeltKrebsTag

Am 4. Februar ist World Cancer Day. Die Deutsche Krebshilfe informiert darüber.

In Zukunft wird dieser Tag auch für uns eine andere Bedeutung haben.

Papa, ich vermisse Dich.

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