Monat: September 2016

 

Du musst glücklich werden

Judith Kerr war neun, als ihre Familie vor den Nazis aus Berlin floh. 1971 veröffentlichte sie das Kinderbuch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Jetzt ist sie 93 und hat nie die Aufforderung ihres Vaters vergessen:

Du musst glücklich werden. Tu es!

So einfach kann man seinen Kindern alle erworbene Weisheit des Alters mit auf den Lebensweg geben. Das Ziel „glücklich sein“ und der Weg „Tu es“.

Besser kann ich es für Isabel und Joshua auch nicht formulieren.

http://www.fr-online.de/leute/judith-kerr-das-leben-nicht-verschwenden,9548600,34782426.html

Blues – mein zweites Ich

Eigentlich bin ich ganz anders , ich komme nur so selten dazu.

Ich vermisse die Zeiten, bei denen ich auf dem Weg ins Football Training HardRock gehört habe und auf dem Weg nach Haus den Blues. Mal echten Blues, mal auch nur mit Blues angehauchten Pop wie Sade, Katie Melua oder Norah Jones. Runterkommen. Entspannen. Ruhe. Das fehlt mir schon.

Diese Klischee von der verrauchten heruntergekommen Kneipe, der Sängerin im blauen Licht und den Zuschauern im Dunkeln, dem einsamen Held mit einer Kippe im Mund und einem Whiskeyglas in der Hand. Toll. Relaitätsfern, aber toll.

Ausgesperrt

Joshua hat morgens feste Angewohnheiten. Natürlich wechseln die nach ein paar Wochen immer wieder, aber ein paar Tage Dinge macht er halt jeden Morgen.

So bringt er im Moment gerne meine Schuhe und hilft beim Anziehen mit dem Schuhanzieher. Eine Zeit lang musste ich beim Einsteigen in das Auto meine Tasche immer in den Kofferraum legen. Auch das Garagentor öffnet immer Joshua mit der Fernbedienung. Das hat Isabel übrigens auch gemacht.

Seit neusten will er den Schlüssel haben. Sobald ich oben abschließe nimmt er meinen Schlüssel und läuft los. Meine größte Angst bisher war die Spalte am Aufzug. Seit heute weiß ich dass auch andere Gefahren warten.

Joshua lief heute mit dem Schlüssel runter. Er hat jetzt entdeckt, dass man mit dem silbernen Knopf den Schlüssel aufklappen kann. Beim Einsteigen steckt er dann jeden Tag den Schlüssel in das Zündschloß. Heute hat er zum ersten Mal auch die Knöpfe zum Öffnen des Autos entdeckt und ausprobiert.

Nachdem er den Schlüssel reingesteckt hatte und ich angeschnallt hatte, schloß ich die Beifahrertür und ging um das Auto. Der Opel hat eine Besonderheit. Man kann die Schlösser bei offener Tür verriegeln und das bleibt auch beim Schließen der Tür so.

Also ging meine Fahrertür nicht mehr auf. Der Schlüssel (samt Wohnungsschlüssel) steckte im Zündschloß und Joshua angeschnallt auf dem Beifahrersitz. Selbst wenn er verstanden hätte, dass er nochmal auf den Knopf drücken muss, er kam nicht ran. Und ich kam auch nirgends ran. Weder Wohnung noch Auto noch konnte ich das Haus verlassen.

Joshua sass fröhlich an seinem Platz und hatte Spaß. Ich hingegen war am Schwitzen. Zum Glück hatte ich mein Handy und konnte Conny anrufen. Nach fünf Minuten hatte ich sie an der Leitung. Sie kam zurück und ich konnte mit dem Ersatzschlüssel meinen Sohn befreien. Nochmal Glück gehabt.

Puzzle das Leben

Ich + Ich – So soll es bleiben

Das Lied ist wunderschön. Gestern lief es im Radio und auch ich geriet in Versuchung, mir diesen einen perfekten Moment zu wünschen, an dem alles bleibt wie es ist. Ich war auch schon mal dicht dran an diesem Moment.

Aber das Leben ist kein perfekte Augenblick. Es ist kein statischer Moment. Das Leben ist Dynmaik pur. Wie ein riesengroßes Puzzle, an dem alle Menschen gleichzeitig puzzeln. Es verändert sich permanent. Jeder puzzelt an seinem Teil , seinem eigenen Leben. Und das besteht  aus sehr vielen Teilen.

Ohne Pause wird gepuzzelt. Jeden Tag ein wenig. Man sucht die fehlenden Teile, passt sie an das bestehende Bild des Lebens an, erweitert es, verschiebt Teile.

Manchmal gibt man Teile dieses Puzzles an andere Mitspieler weiter. Ich habe aus meinem Leben den aktiven Football weitestgehend raus genommen und an Nachfoplger übergeben. Diese Teile sind heute in dem Puzzle eines anderen Menschen. Mein Verein, meine Nummer, meine Position waren lange Zeit ein zentraler Bestandteil meines Puzzles, doch bei mir haben sie keinen Platz mehr. Nur am Rand als Erinnerung. Und das ist gut so.

Die Mitmenschen um ein herum puzzeln ja auch weiter. Manchmal muss man seinen Platz verteidigen, aber manchmal kann man sein Puzzle auch mit anderen zu einem schönen Gesamtbild verbinden. Conny und mein Puzzle sind eng zusammengewachsen und viele Teile bearbeiten wir gemeinsam.

So auch die neuen Teilen, die wir in unser Leben eingebaut haben. Unser Puzzle wurde um Isabel erweitert. Und alles was damit zusammenhängt. Familienleben, Ausflüge, Kindergarten. Das Puzzle wurde bunter und vielfältiger. Und als dann auch noch das Puzzleteil Joshua dazukam, war ich knapp dran an dem perfekten Moment. Doch um mich herum puzzelten alle weiter. Auch ich puzzelte weiter. So ist das Leben. Man muss weiter puzzeln.

Und manchmal bekommt man Puzzleteile auch einfach gestohlen.

Mein Papa ging uns verloren. Sein Puzzle verschwand aus dem Spiel und damit auch alle gemeinsamen Puzzleteile. Und das waren viele, weit mehr als ich vorher dachte.

Und so bauen wir ständig weiter und kommen nie am Ziel an. Das Puzzle wird nie fertig. Aber wir können das Puzzle trotzdem weiterhin gestalten. Wir müssen uns auf das Zentrum und die wichtigen Dinge konzentrieren, uns Mitspieler suchen,  die einem beim gemeinsamen Puzzle unterstützen und jeden schönen Zwischenstand in unserem Herzen abspeichern. Als den fast perfekten Moment, an den man sich gerne erinnert.

404 – für Isabel

Ich habe die Fehlerseite 404 für Isabel überarbeitet.

http://www.gebek.info/gibtesgarnicht

Lieblings T-Shirt

Joshua und sein Lieblings-T-ShirtDiese Air-Plane-Show T-Shirt liebt unser Sohn. Wenn er wählen kann (oder darf) dann ist das immer seine erste Wahl.

Er zeigt auf die Flugzeuge, sagt etwas wie „flgzug“ und lacht. Alleine deshalb ziehen wir es ihm immer wieder gerne an.

P.S. Flugzeug, Bagger, Auto sind eh der große Renner auf den Klamotten.

Tschüssikowski

Beim Fahrradfahren überholt Conny unser Isabel-Papa-Tandem.

„Tschüssikowski“

Isabel ärgert sich. Zum einen weil sie überholt worden ist, zum anderen grammelt sie:
„Ich heiße nicht ikowski“

Ich erkläre ihr, dass man das zum Abschied sagt, besonders dann wenn man jemanden überholt hat. Und als sie hinten Gas gibt und wir wieder an Conny und Joshua vorbeiziehen, erschallt ein lautes:

Tschüssikowski!

Unsere Lieder

Es gibt ein Lied von Adel Tawil, das spielt mit unseren Erinnerungen. In dem Song „Lieder“ verarbeitet er viele Songtitel, Interpreten, Songzeilen und mehr zu einem Gesamtkunstwerk. Ein bisschen wie „We didn’t start the fire“ von Billy Joel.

Auf jeden Fall bringt das Lied viele Flashbacks aus 80ern und 90ern des letzten Jahrhunderts. Ich freue mich über sowas, aber es stellen sich mir auch Fragen. Viele dieser Lieder haben sich fest in mein Gedächnis gebrannt. Einige haben mich durch Höhen und Tiefen meines Lebens begleitet und sind vielleicht auch ein Teil von mir geworden. Aber wem gehören Sie dann? Immer noch dem ehemaligen Komponisten? Könnte er das Lied verbieten? Jegliche Nutzung untersagen, obwohl es doch zu mir gehört. Darf ich es dann auch nicht mehr singen?

Unser Copyright -Gesetz ist schon seltsam. Na klar, kreative Köpfe müssen geschützt werden. Sie sollen auch genug Geld damit verdienen. Aber irgendwann muss damit auch Schluss sein. Zum einen nach einer gewissen Zeit, aber auch nach einem gewissen Erfolg. Lieder wie „Happy Birthday“ gehen irgendwann ich das Eigentum der Menschheit über. Kein Mensch sollte die rechtliche Macht haben, die Nutzung eines solchen Allgemeingutes zu unterbinden. Gleiches gilt für Bücher oder Marken. Ja, der Erfinder von Supermann soll sein Geld verdienen. Aber muss ein multinationales Unternehmen nach 100 Jahren damit immer noch Geld machen? Oder Erben noch heute gut leben, weil ein Vorfahr vor vielen Jahren mal eine gute Idee hatte? Ich denke nein.

Ähnliches gilt für Fotos oder Häuser. Ich bezahle eine Fotographen, damit er ein Bild von mir macht. Einen Architekten, damit er mir ein Haus baut. Ware geliefert und bezahlt. Gut und aus. Jetzt ist das meins und der sogenannte Künstler sollte kein Wort mitreden können, ob ich das Bild nun ins Internet stelle, in meinen Memoiren veröffentliche oder ich mein Haus neu anmale.

Deswegen finde ich den Titel „Unsere Lieder“ gut, denn diese Lieder sind im Lauf der Zeit zu unseren Liedern geworden.

Aber nun ist es Zeit zum Rätseln. Die Auflösung folgt hinter dem Video.

Lieder (von Adel Tawil)

Ich ging wie ein Ägypter
hab‘ mit Tauben geweint
war ein Voodoo-Kind
wie ein rollender Stein
Im Dornenwald sang Maria für mich
Ich starb in deinen Armen, Bochum ’84
Ich ließ die Sonne nie untergehen
in meiner wundervollen WeltUnd ich singe diese Lieder
Tanz‘ mit Tränen in den Augen
Bowie war für’n Tag mein Held
Und EMF kann es nich‘ glauben
Und ich steh‘ im lila Regen
Ich will ein Feuerstarter sein
Whitney wird mich immer lieben
Und Michael lässt mich nich‘ alleinIch war willkommen im Dschungel
Und fremd im eigenen Land
Mein persönlicher Jesus
und im Gehirn total krank
Und ich frage mich, wann
Werd‘ ich, werd‘ ich berühmt sein
So wie Rio, mein König für die Ewigkeit

Ich war am Ende der Straße angelangt
war ein Verlierer, Baby, doch dann
Hielt ich ein Cover in der Hand
darauf ein Mensch, der in Flammen stand
Kurt Cobain sagte mir, ich soll kommen wie ich bin

Und ich singe diese Lieder
Tanz‘ mit Tränen in den Augen
Bowie war für’n Tag mein Held
Und EMF kann es nich‘ glauben
Und ich steh‘ im lila Regen
Ich will ein Feuerstarter sein
Whitney wird mich immer lieben
Und Michael lässt mich nich‘ allein

Ich war einer von fünf Jungs
„One Minute“ aus, dann war’s vorbei
Ich sang nur noch für mich, für ne unendlich lange Zeit
Und dann traf ich auf sie
Und sie erinnerte mich
Wir waren Welten entfernt
Und doch vom selbem Stern

Ich ging wie ein Ägypter
hab‘ mit Tauben geweint
war ein Voodoo-Kind
wie ein rollender Stein

Ich ließ die Sonne nie untergehen
in meiner wundervollen Welt

Und jetzt singe ich meine Lieder
Tanz‘ mit Tränen in den Augen
Bowie war für’n Tag mein Held
Und EMF kann es nich‘ glauben
Und ich steh‘ im lila Regen
Ich will ein Feuerstarter sein
Whitney wird mich immer lieben
Und Michael lässt uns nich‘ allein

Denn wir singen diese Lieder
Tanzen mit Tränen in den Augen
Bowie war für’n Tag ein Held
Und EMF kann es nich‘ glauben
Und wir stehen im lila Regen
Wir wollen Feuerstarter sein
Whitney wird uns immer lieben
Und Michael lässt uns nich‘ allein

 Die Lösung gibt es unter „read more“.

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Online bestellen – real abholen

Conny hat online eingekauft bei Ikea. Ganz einfach per App.

In der App hat man Zugriff auf alle Katalog-Artikel. Man kann auch alles auf die Merkliste setzen. Und wenn man den Markt eingibt, dann sagt die App sogar, ob der Artikel auf Lager ist und wo man ihn findet.

Also haben wir die App mit gleichen Konto auf beiden Smartphones installiert. Während Conny den Katalog durchstäubert, fahre ich los zu Ikea. Conny sucht aus, bei mir erscheint es auf der Liste, ich suche es aus dem Regal und packe es ein. Auf kurzfristige Änderungen während des Einkaufs kann ich locker reagieren. Okay, den Unterschied zwischen Kaufliste und Merkliste habe ich nicht verstanden. Es gab auch keinen ausser den Hinweis: „Das nur vielleicht“. Egal, Jetzt haben wir alles!

In der Kinderabteilung macht Joshua den Test. Wenn ihm etwas von der Liste gefällt, dann nehme ich es mit. Zum Glück muss ich nicht alles mitnehmen, was ihm gefällt, denn für ihn ist alles ein Abenteuer-Land. Kisten, Tritt, Eisenbahn, Wagen, Matrazen, selbst der Aufzug finden sein Interesse. Joshua ist aufgedreht und hat sehr viel Spass.

Joshua reitet im IKEA Spielen im Ikea

 

 

 

Ach ja, danach ging es noch zum ersten Mal zu McDonalds.

Joshuas Premire bei McDonalds

Geschrieben aus .

Ich will Fahrrad fahren

Jeden Morgen zeigt Joshua auf seinen Helm, wenn wir aus dem Haus gehen.

Anfangs wollte er dann im Flur sein Laufrad nehmen. Mittlerweile setzt der Streit erst im Keller ein. Er will zum Fahrradkeller, aber wir müssen zum Auto.

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende fahren wir dann mit dem Auto offen in die Kita. Mit geschlossenen sähe der Helm wirklich blöd aus, aber so geht es. Doch froh macht es ihn nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Froh ist er erst am Wochenende. Dann fahren wir mit dem Fahrrad zum Bäcker. Er sorgt dafür, dass sein Fahrradsitz drauf kommt und freut sich wie ein Schneekönig.

Beim Bäcker erhält er dann ein Brötchen: mal von der Verkäuferin, mal von mir. Beim Bäcker Ernst ist er schon zweimal aus dem Laden gelaufen, als er sein Brötchen hatte. Ich war noch am Zahlen und mein Sohn war weg. Aber in so einem Fall unterbricht die Verkäuferin den Vorgang bis sicher gestellt ist, dass der kleine Mann unter Aufsicht ist. Da Joshua bis zum Fahrrad rennt und keinen Schritt weiter schauen dann die Leute in der Warteschlange nach ihm. Mit kleinen Kindern findet man immer hilfsbereite Mitmenschen.

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